Schon gewusst, warum Karneval eine gefährliche Zeit für Krawatten ist?

am 11. Februar 2010

Schnipp, Schnapp, Krawatte ab, heisst es vielerorts an Weiberfastnacht (im Kölschen Wieverfastelovend). Denn dann ist es Brauch, den Männern die Krawatte abzuschneiden. Als Entschädigung für diese symbolische Beschneidung der männlichen Macht gibt es dann ein Küsschen (im Kölschen Bützchen) für den „beschnittenen“ Mann.

Alle Mangeln stehen still, weil der Frauen Arm das will!

Glaubt man der freien Enzyklopädie, so rührt diese Tradition von der Emanzipation der Bonner Wäscherinnen in der Mitte des 19. Jahrhunderts her. An jenem Donnerstag vor Karneval ruhten Waschbrett und Zuber in den Beueler Wäschereien. Später schloss man sich, zunächst in Bonn, dann im übrigen Deutschland nach und nach Arbeiterfrauen zusammen, um Karnevals als männliche Bastion und Privilieg der Männer zu stürmen.

Frauenkarneval heute

Mittlerweile kann man sagen, dass Weiberfastnacht ein inoffizieller Feiertag ist. Wenn überhaupt wird nur ein halber Tag gefeiert gearbeitet – sofern nicht Urlaub für diesen Tag beantragt worden ist. Eine kostümierte, trinklaunige frauen-dominierte Meute versammelt sich dann vor dem Rathaus und stürmt es um 11.11 Uhr. Der Bürgermeister opfert ein Stück von seiner Krawatte und übergibt den Frauen symbolisch das Regiment über die Stadt.

Alte „Zöpfe“ abschneiden

Für alle „Beschnittenen“ ist dies eine wunderbare Gelegenheit einen neuen Stil in den Kleiderschrank einziehen zu lassen – zumindest was das Obenrum anbetrifft. Und wenn man eben schon einmal dabei ist sich eine neue Krawatte zu kaufen, dann kann man gleich den neuesten Trend berücksichtigen: Skinny Ties. Der Trend geht vom breiten Schlips zum schmalen Binder. Was sich mit dem kerzengeraden Black Tie Bahn brach in die Herrenoberbekleidung ist nun ergänzt um etliche schmale Variationen in weiteren Farben.

Autor: GeK


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