Schon gewusst, wo die Seide herkommt?

am 1. Juni 2010

Seide, noch heute zählt sie zu den teuersten und edelsten Rohstoffen der Welt. Doch was macht diesen Stoff so besonders, dass sich schon vor Tausenden von Jahren ein derart reger Handel entwickelte, der eine Straße kreierte, die sich über zwei ganze Kontinente erstreckt.

Vor 3000 Jahren waren es die Chinesen alleine, die das Geheimnis um die Herstellung der Seide kannten. Und sie hüteten ihr Wissen um die aufwendige Gewinnung des Rohstoffes wie einen kostbaren Schatz, denn Seide war bereits damals ein echter Exportschlager. Der Stoff weist eine besondere Feinheit und Weiche auf, besticht aber vor allem durch seinen natürlichen Glanz. Darüber hinaus hat Seide von allen Naturstoffen die größte Reiß- und Scheuerfestigkeit.

Die Herstellung von Seide ist allerdings extrem zeit- und arbeitsintensiv, was letztendlich ihren hohen Preis erklärt. Eigentlicher „Hersteller“ des Seidenfadens ist nämlich die Raupe des Seidenspinners, eine Schmetterlingsart aus China. Im Prozess der Verpuppung spinnen diese Raupen einen Kokon, dessen Fäden aus Seide bestehen. Um die Seide für die Industrielle Verarbeitung zu gewinnen müssen daher zahlreiche kleine Raupen gezüchtet werden. Die bekannteste Art ist dabei der Maulbeerspinner, der sich dem Namen entsprechend ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums ernährt. Daher ist die Zucht der Tiere auch maßgeblich vom Gedeihen des Maulbeerbaums abhängig.

Seidenkrawatte von Armani
Seidenkrawatte Armani

Sobald sich die Raupen verpuppen werden sie mit Wasserdampf abgetötet und die Kokons zur Weiterverarbeitung in spezielle Fabriken gebracht. Die Bearbeitung des Kokons erfolgt dann in drei Stufen. Zunächst werden sie in Wasser eingeweicht, um die Leimschicht zu lösen, die die Fäden zusammenhält. Anschließend werden die Fäden mit einer speziellen Bürste abgehaspelt. Die rein gewonnen Haspelseide, dieses Prozesses ist besonders wertvoll. Denn ein Kokon besteht aus bis zu 3000 Metern Fäden, doch nur 300-800 Meter können abgehaspelt werden. Der Rest muss anschließend versponnen werden und nennt sich Schappeseide. Aus dieser wird Nähseide hergestellt. Auch die Abfälle dieses Vorgangs finden anschießend noch Verwendung. Als weniger hochwertige Bouretteseide. Zur Verwedelung wird häufig in einem dritten Schritt die Seide erneut gewaschen. Beim so genannten Entbasten wird die Seide in einer Seifenlauge gekocht bis auch der Restleim entfernt ist.

Von China aus verbreitete sich das Wissen um die Seidenspinnerzucht nach Korea und Japan, Indien und Persien. Mit den byzantinischen Mönchen erreichte es schlussendlich auch Europa. Heutige Herstellungsländer sind neben China vor allem Japan, Italien und Frankreich. In letzteren wird die Seide vor allem zur Produktion hochwertiger Krawatten herangezogen.

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