Schon gewusst, aus wie vielen Teilen eine Krawatte besteht?

am 2. Juli 2010

Im Detail betrachtet besteht eine Krawatte aus drei einzelnen Partien: Dem Außenstoff, dem Innenfutter (Einlage) und der Fütterung. Im der traditionellen Krawattenschneiderkunst wurden die einzelnen Teile separat zugeschnitten. Heute erledigt das auch bei handgefertigten Modellen häufig eine Maschine.

Sofern der Zuschnitt aber händisch erfolgt werden für die verschiedenen Längen und Breiten der einzelnen Teile Schablonen herangezogen. Damit der Schneider den Schnitt besser nach dem Muster ausrichten kann, sind die Schablonen aus durchsichtigem Plastik gefertigt. Gute Schneiderarbeit lässt sich daher schon mit einem Blick auf die Musterung erkenne: Qualitätsarbeit zeigt einen geraden Musterverlauf, der mittig auf die Spitze der Krawatte zuläuft.

Die drei Teile einer Krawatte

Der Außenstoff ist der sichtbare Teil der Krawatte. Er besteht in der Regel aus Seide oder in preiswerteren Versionen auch aus Polyesterstoffen. Wobei der Kenner und Liebhaber die Seidenkrawatte stets bevorzugt.

Für das Innenfutter wird ein Baumwollstoff verwendet. Die Dichte richtet sich dabei nach dem Gewicht und der Feinheit des äußeren Materials. Die Stoffstruktur und der Zuschnitt des Innenfutters bestimmen widerum die Knotendicke und das Krawattenvolumen. Von der Genauigkeit des Zuschnitts hängt auch die Bindefähigkeit der Krawatte ab. Bei einer guten Krawatte sollte das Innenfutter die äußere Hülle exakt ausfüllen. Sonst droht die Einlage hin- und her zu rutschen oder Falten zu werfen.

Die Fütterung der Spitze wird an der Krawattenrückseite im Rautenende sichtbar. In der Regel ist auch dieser Teil aus Seide oder Polyester Gelegentlich auch aus Bemberg. In Italien bevorzugt man für die Spitze das Material der Aussenseite zu verwendet. Im Fachjargon nennt sich das „self-tipping“.


Krawatte im Detail

Herstellung einer Krawatte

Für die Herstellung einer Krawatte haben sich drei Macharten durchgesetzt. Je seltener im Herstellungsprozess eine Maschine betätigt wurde, desto hochwertiger sind in der Regel die Krawatten.

Bei gewöhnlichen maschinell gefertigten Krawatten wird der Stoffschlauch einfach mit einer normalen Nähmaschine zusammengenäht. Allerdings erwächst daraus der Nachteil, dass die Naht aus Ober- und Unterfaden sehr unflexibel ist. Das führt häufig dazu, dass die Krawatte sich schlecht binden lässt.
Besser ist es dann die Krawatte mit einer so genannten Liba-Maschine zu nähen. Diese verwenden durchgängig nur einen einzigen Faden. Allerdings muss in diesem Prozess die Krawatte zum nähen auf links gedreht werden.

Die letzte Möglichkeit ist es selbstverständlich, die Krawatte vollständig von Hand zu fertigen. Dabei werden die einzelnen Zuschnitte der Krawatte in ihre entgültige Form gelegt, mit Stecknadeln befestigt und anschließend mit einem „slip stitch“ vernäht. Handgefertigte Krawatten sind dann an der Fadenreserve erkennbar, die an der Innenseite des breiten Endes sichtbar bleibt (Diesen Faden niemals abschneiden! Sonst löst sich die Krawatte womöglich auf).

So genannte „handfinished“ sind in der Regel tatsächlich nur in Handarbeit vollendet. Der Großteil der Herstellung verläuft auch hier maschinell. Der Unterschied einer „handfinished“ Krawatte liegt demnach nur in der handgearbeiteten Mittelnaht. Diese Naht ist naturgegeben unregelmäßiger als der einer Maschine. Der unregelmäßige Stich kann von modernen Maschinen aber auch nachgeahmt werden.

Bei allen Herstellungswegen werden die Krawatten zum Schluss gedämpft um eventuelle Druckstellen zu entfernen. Und abschließend eine Kennzeichnung des Herstellungsortes in das Futter genäht.

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