Schnürschuh

am 19. Juli 2010

Der Halbschuh mit Schnürung tritt grob betrachtet in zwei Formen in Erscheinung: Modelle mit offener Schnürung und Modelle mit geschlossener Schnürung.

Offene Schnürung

Ein Schuh mit offener Schnürung zeichnet sich dadurch aus, dass die Seitenteile auf dem Vorderteil zusammenlaufen. Die beiden Flügelteile sind dann aufgenäht und werden von der Schnürung verbunden. Das Vorderblatt, sprich jener Teil, der Spann und Zehen verdeckt, verläuft unterhalb der Flügel direkt in die Zunge über.

Herrenschuh mit offener Schnürung von Hamlet
Herrenschuh mit offener Schnürung

Die Lochleiste umfasst in der Regel 3 bis 5 Lochungen pro Seite. Je weniger Löcher die Schnürung hat, desto mehr wird der Fuß optisch gestreckt, da mehr vom Vorderblatt zu sehen ist.

Schuhmodelle mit offener Schnürung sind ideal für Männer mit hohem Spann und breiten Fuß. Da die Seitenteile sich aufgrund ihrer aufgenähten Position bequem nach rechts und links ausdehnen können, ohne das der Schuh ausgebeult wirkt.

Unter der offenen Schnürung sind zwei Modelle geläufig: Der Derby und der Blücher, englisch „blucher“ gesprochen. Optisch betrachtet gibt es keine Unterscheidung zwischen den beiden Formen. Die unterschiedlichen Bezeichnungen ergeben sich aus den verschiedenen Ursprüngen, die dem Schuh mit offener Schnürung zugesprochen werden.

Geschlossene Schnürung

In einer geschlossenen Schnürung sind die beiden Teile des Oberleders, die von der Schnürung zusammengezogen werden, unter den vorderen Schuhteil genäht. Geschlossen wird die Schnürung dann nicht nur über die Senkel, sondern zusätzlich über eine die beiden Teile verbindende Zunge, die unterhalb der Schnürung angenäht wird.

Herrenschuh mit geschlossener Schnürung von Joop
Herrenschuh mit geschlossener Schnürung

Optisch gesehen gehen die Seiten und die Spitze des Schuhs geradewegs ineinander über. Geschlossene Halbschuhe wirken immer ein wenig förmlicher als jene mit offener Schnürung.

Unter der geschlossenen Schnürung sind folgende Modelle geläufig: Sattelschuh und Oxford. Darüber hinaus der Budapester, ein Brogues (mit Lochungen verzierter Halbschuh) mit geschlossener Schnürung. In den Vereinigten Staaten von Amerika wird auch oft von einem „balmoral“ oder kurz „bal“ gesprochen, wenn von einem Oxford die Rede ist. Als der eleganteste Herrenschuh gilt der schwarze Oxford ganz ohne Verzierungen.

Vorheriger ArtikelSchlüpfschuh Nächster ArtikelGegensätze, die sich anziehen: Einstecktuch und T-Shirt