Juli: Thomas Schaefer

am 31. Juli 2010

War in Sachen Herrenanzug der Casual Look mit V-Ausschnitt und T-Shirt unterm Jackett lange en Vogue, wird der Dresscode für den modebewussten Mann in der Herbst/Winter-Saison 2010/2011 strenger. Der Stil orientiert sich am kompromisslosen Businesslook der 60er Jahre. Paradebeispiele eines klassischen Anzugs, der perfekte Verarbeitung mit einem modernen Schuss Lässigkeit und Individualität verbindet, findet man in der Kollektion des Modelabels René Lezard.

Nach einem Monsieur Lezard fragt man in der Firmenzentrale im fränkischen Schwarzach allerdings vergeblich. Der wahre Kopf hinter der Marke, der das Label 1978 gründete, heißt Thomas Schaefer, und der hält sich gerne diskret im Hintergrund. Die Vanity Fair feierte das Label des bayrischen Sprosses thüringischer Textil- und Strickwarenunternehmer geradezu hymnisch als „Verkörperung des Geistes des 21. Jahrhunderts“.

Oberstes Credo für Schaefer und seine Head Designer Sylvie Basler (Herrenmode) und Matthias Heitzler (Damenmode) lautet: „Marke statt Masse“. Dieses Motto spiegelt sich in unaufdringlicher Eleganz bei höchster Qualität in Stoffen und Verarbeitung wieder. Feine Anzüge, Hemden, Krawatten, aber auch Pullover, Polo-Shirts und Mäntel – René Lezard produziert für den anspruchsvollen Mann.
Die Ergebnisse seiner Arbeit präsentierte Schaefer anlässlich der Berliner Fashion Week in diesem Jahr nicht in einer spektakulären Laufstegshow, sondern ganz entspannt in einem Berliner Loft. Schaefer, der wie kaum ein anderer authentische Bodenständigkeit mit weltläufigem Chic zu verbinden versteht, lud dort zum „Homemade Breakfast“ und präsentierte in heimeliger Atmosphäre tragbare Mode zum Anfassen.

„Neue Wege beschreiten, aber authentisch bleiben“, so lautet die Marschrichtung des Machers. Die Stücke der neuen Kollektion von René Lezard wirken sportlicher als früher, ohne das an der Qualität der Stoffe oder Verarbeitung gespart wurde. Was die Kollektion an Hosen, Hemden und Sakkos ausmacht ist ihre Unkompliziertheit und Tragbarkeit.

Nach einem geradezu märchenhaften Aufstieg der Marke, mit Rekordumsätzen im dreistelligen Millionenbereich, ging die Wirtschaftskrise aber auch am Schwarzacher Musterbetrieb nicht spurlos vorüber.
Zwar wirkte sich die Liquidation der italienische Mariella Burani Fashion Group Anfang des Jahres, die seit 2002 zu 50% am Unternehmen beteiligt war, nicht unmittelbar auf die Marke René Lezard aus, da keine warenwirtschaftliche Verbindung bestand – von Umsatzeinbußen und Personalkürzungen blieb das Unternehmen jedoch nicht verschont.
Doch Unternehmenschef und treue Kunden dürfen optimistisch in die Zukunft blicken: Qualität setzt sich bekanntlich durch! Und die bieten nur Wenige in einer Reinkultur wie René Lezard.

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