Schon gewusst, warum ein Brogue Löcher hat?

am 19. August 2010

Der Begriff Brogue stand ursprünglich für eine auf Lederschuhe eingestanzte Lochmusterung. Heutzutage werden aber auch die Schuhe, die diese Musterung aufweisen gerne als Brogues bezeichnet.

Lochmuster findet man grundsätzlich an Halbschuhen aus Leder. Ob der Schuh dabei dem Aufbau eines Oxfords, Derbys, Bluchers oder Monkstraps entspricht ist zweitrangig – Im Prinzip lässt sich jedes dieser Modelle durch Brogues variieren.

Ursprünglich schottisch

Obgleich von einem englischen Gentleman, namentlich dem Herzog von Windsor, in die Gesellschaft eingeführt, stammt die Tradition der Brogues aus Schottland. Im 18. Jahrhundert durchlöcherten die Bauern der Hochebenen die Schäfte ihres robusten Lederschuhwerks. Dadurch konnte eingedrungenes Wasser besser ablaufen und die Füße wurden schneller trocken. Mancherorts werden Brogues darum auch heute noch als „schottische Lochung“ bezeichnet.


Variation des Full-Brogues

Alsbald entdeckte der britische Adel die Lochungen für sich. Wodurch der praktische Nutzen der Löcher in den Hintergrund gedrängt wurde und im Zuge der modischen Entwicklungen die Lochungen immer feiner gestaltet wurden. Von der kompletten Stanzung durch das Leder reduzierte sich das Broguing (=Lochstanzung) schließlich zu der aufgesetzten Zierde am Schaft, wie man es heute noch kennt.

Die zwei Arten des Broguings

Broguing betont und schmückt die Nähte oder die Schaftspitze eines Schuhes.
Die Stanzungen des Broguing werden in der Regel maschinell durchgeführt. Im Laufe der Jahre haben sich daher zwei Arten der Lochmusterung entwickelt. Zumeist greifen Stanzereien auf die so genannte Lyralochung zurück. Hier folgt auf zwei übereinander stehende kleine Löcher jeweils ein großes Loch. Variationen entstehen überwiegend durch unterschiedliche Lochgrößen, seltener durch andere Lochformen. Die zweite Art des Broguing wird Rosette genannt, ein ornamentales Muster an der Schuhvorderkappe, welches aus kleinen und großen Lochlinien entsteht.

Die Variationen der Brogues

Variationen erreichen Brogues seltener durch die Art der Lochung, da diese maschinell erfolgt, als durch Fläche am Schuh, die verziert wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts eroberten drei unterschiedliche Arten des Brogues die Mode: der Der Half-Brogue bzw. Semi-Brogue, der Full-Brogue und der Full-Brogue Longwing. Ersterer wird lediglich durch eine Lyralochung am Nahtrand, der quer aufgesetzten Vorderkappe, verziert. Oft begleitet von einer Rosette, die mittig auf der Schuhspitze sitzt. Auch den Full-Brogue ziert eine Rosette auf der Schuhspitze. Zusätzlich sind die Schaftränder, die sich durch die Seiten der aufgesetzen Flügelklappe bilden, großzügig mit Lochungen versehen. Beim Full-Brogue Longwing erstrecken sich die Ausläufer der aufgesetzten Flügelkappe bis zur Fersennaht und sind entsprechend ausgiebig mit Lochungen geschmückt.

Vorheriger ArtikelRock and Roll, Baby! Nächster ArtikelDie Lust an der Strenge