Der Hut – Die Modelle

am 26. August 2010

Herrenhüte weisen einen reichhaltigen Fundus an Formen auf. In der Farbwahl dagegen sind sie äußerst einseitig. Unsere Auflistung gibt Ihnen einen kurzen Überblick gängiger Hutmodelle, ihrer Art und Herkunft.

Da sich die Hutmode stets an der Garderobe des Herren orientierte und auch immer noch orientiert, herrschen vor allem die Farben Grau, Braun und Schwarz vor. Selten und dann überwiegend in südlichen oder orientalischen Ländern, sind die Originale in Rot oder Weiß gehalten.

Akubra
Ein Hut der Australische Firma Akubra, der in dieser Form bereits seit 1912 hergestellt wird. Firmengründer war der englische Einwanderer Benjamin Dunkerley, dessen Nachkommen noch heute das Unternehmen leiten.

Optisch ähnelt die Form einem typischen Cowboyhut. Allerdings wird der Akubra im Original aus Kaninchenhaar gefertigt, das vorher in einem sehr aufwändigen Prozess zu Filz verarbeitet wurde. Der Aruba gilt als australisches cultural icon. Im Ausland wurde der Hut vor allem durch seinen berühmten Träger Paul Hogan als Filmfigur Crocodile Dundee bekannt.

Andalusier
Ein schwarzer Herrenfilzhut mit Kinnband. Seinen Ursprung hat der Andalusier in Spanien.

Barett
Das Barett gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um eine entweder runde oder eckige, flache Kopfbedeckung, die aus Wollstrick, Samt oder gefütterter Seide hergestellt wird. Das Barett hat weder einen Schirm noch eine Krempe.

Das Barett ist eine typische Kopfbedeckung für Soldaten.

Borsalino
Guiseppe Borsalino‘s Hutfirma stellt seit 1857 Herrenhüte her. Ihr erfolgreichsten Modell ist zugleich Namensträger seines Erfinders.

Der Borsalino ist ein typischer Filzhut. Hergestellt wird er aus Kaninchen- oder Nutriahaar, wodurch er äußerst wasserabweisend und sehr leicht ist. Bekannt und beliebt wurde der Borsalino durch berühmte Träger wie Winston Churchill, Theodore Roosevelt und Al Capone.

Bowler
Siehe Melone.

Chapeau Claque

Ein Zylinder zum klappen, darum auch Klappzylinder genannt (frz. chapeau = Hut, claque = Klaps).
Optisch ein klassischer Zylinderhut mit der entsprechenden Form. Der Chapeau Claque ist stets schwarz und wird mit Seide bespannt. Der Klappmechanismus wird über ein Drahtgestell erzeugt, das an den Seiten des Huts eingearbeitet ist.

Dadurch das das Gestell unter Spannung steht reicht bereits ein kurzer Schlag auf die Handfläche, um den Hut in seine volle Größe aufspringen zu lassen.

Dreispitz oder Dreimaster
Wird auch Dreimaster genannt oder im Volksmund Nebelspalter (als Anspielung auf die nach vorne gerichtete Spitze). Die Form wird durch die dreiteilig nach oben geklappte Krempe bestimmt.
Früher wurde der Dreispitz viel in Militäruniformen verwendet. Heute findet er sich überwiegend in den Gardekostümen von Karnevalsvereinen.

Fes
Eine typische Kopfbedeckung in Nordafrika und der Türkei. Die Form ist ein Kegelstumpf aus Filz (traditionell in rot!), mit einem flachen Deckel, der in der Mitte von einer Quaste „gekrönt“ wird. Die Quaste ist entweder schwarz, blau oder golden. Seinen Namen hat der Hut von der marokkanischen Stadt Fès.

Fedora
Siehe Filzhut.

Filzhut
Wird auch Fedora genannt. Im Original ist der Fedora aus weichem Filz gefertigt, was ihm seine unverweschelbare Form verleiht. Die Krone ist C-förmig durch eine Vertiefung in ihrer Spitze für den Kopf. Längs der Krone entlang knickt der Filzhut nach unten aufgrund des weichen Materials. An der Vorderseite hat er an beiden Seiten Kniffstellen.

Inzwischen werden auch Hüte aus anderen Materialien, die an die Form des Fedora angelehnt sind mit diesem Namen gekennzeichnet.

Homburg
Ein Herrenhut aus Filz mit einer hochgebogenen, eingefassten Krempe. Der Name ist ein Hinweis auf den „Geburtsort“ des Hutes. 1806 gründete Phillip Möckel eine Hutfabrik in Bad Homburg. Mit der Industrialisierung erwarb er eine Dampfmaschine, die dem Filzhut seine unverwechselbare Form verleiht.
Berühmtester Träger nach dem britischen König Edward VII. ist kein geringerer als Konrad Adenauer. In England galt der Homburg lange als Teil der Uniform zu offiziellen Anlässen, gepaart mit dem Stresemann und einem schwarzen Anzug.

Kastorhut
Ein aus Biberfilz gefertigter Vorläufer des Zylinder aus dem 17. Und 18. Jahrhundert.

Klapphut
Siehe Chapeau Claque.

Kreissäge
Ein Strohhut für Herren mit flachem Rand.

Melone
Die Melone ist ein abgerundeter Hut aus Filz mit steifer Krempe. Im englischsprachigen Raum trägt er oft den Namen seines Erfinders „Bowler“, nach Thomas William Bowler, der den markanten Hut 1860 in London fertigte.
Obwohl die Melone eine typische Kopfbedeckung des späten 19. Und frühen 20. Jahrunderts war, findet sie auch heute noch bekannte Träger. Insbesondere in der exzentrischen Rockszene Englands.

Panamahut

Der Panamahut ist ein aus Stroh geflochtener Sommerhut, der durch Feuchtigkeit, Wärme und Druck in seine spezielle Form gebracht wird. Entsprechend der Dicke der Fasern kann dieHerstellung sehr langwierig und aufwendig sein. Für das Original wird auch nur das Stroh des Scheibenblumengewächses Carludovica palmata (auch „Panama-Hut-Pflanze“ genannt) verwendet.

In seinem Herkunftsland lässt sich der Panama-Hut aufgrund der natürlichen hohen Luftfeuchte leicht verarbeiten und transportieren. Das europäische Klima widerum macht das Material leicht brüchig.
Ernest Hemingway war ein großer Liebhaber des Panama-Huts, ebenso wie Erich Honecker und Paul Newman.

Sombrero
Ein Hut aus der mexikanischen Folklore mit einer beinahe überdimensional breiten Krempe. Im Spanischen bezeichnet das Wort eine Hut im Allgemeinen. Nach dem deutschen Verständnis des Begriffs handelt es sich aber um einen Trachtenhut aus Mittel- und Südamerika, der aus Stroh oder Filz gefertigt ist.

Stetson
Ausdruck für den klassischen Cowboyhut, der aufgrund seines Erfinders John B. Stetson als Synonym verwendet wurde. Stetsons Firma stellt die Hüte bereits seit 1865 über die John B. Stetson Company in Saint Joseph, Missouri her.
Stetsons Cowboyhut gilt als Inbegriff des Mythos und wird noch heute von Anhängern der Country und Rodeo-Szene Amerikas getragen.

Stößer
Der Hut der österreichischen Fiaker.

Strohhut
Für den Strohhut gibt es viele Begriffe: Kreissäge, Matelote, Boater. Sie alle stehen für den kreisrunden Hut mit seiner flachen, steifen Krempe und dem topfartigen Kopfteil. Der aus Stroh geflochtene Hut ist sehr leicht und ein beliebtes Sommermodell.

Turban
Eine Kopfbedeckung, die vor allem im Orientalischen Raum (unter Muslimen und Indern) weit verbreitet ist. Sie besteht aus einer Reihe von langen Stoffstreifen, die kunstvoll um den Kopf und eine darunter liegende Kappe gewickelt werden.

Zimmermannshut
Ein sehr weicher Filzhut mit einem runden Kopfteil und einer sehr breiten abfallenden Krempe.

Zylinder
Ein hoher, steifer, meist schwarzer Hut für Herren. Der Kopfteil ist zylindrisch, daher auch der Name. Die Krempe rund und fest. In der regel wird der Zylinder aus Filz und Seide oder Seidenplüsch gefertigt. Nur in seltenen Fällen auch aus Stroh.

Er gehört zum festen Bestandteil der Garderobe, wenn Frack getragen wird. Die Zylinder mit einer Klappmechanik zum Einklappen des hohen Kopfteils werden Klappzylinder oder Chapeau Claque genannt.

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