Wo man sich in Armani bettet

am 31. August 2010

Auf seinen Reisen um die Welt hat sich der 76-jährige Giorgio Armani oft über Hotels geärgert, die sein Stilempfinden verletzten. Nun eröffnete er im Burj Halifa, mit 828m das höchste Gebäude der Welt, sein erstes Hotel. 160 Zimmer, die ab 560 Euro pro Nacht zu mieten sind, spiegeln Giorgio Armanis Sinn für Schönheit wieder: Schlichte Eleganz auf höchstem Niveau, ganz ohne schrille Effekte. Weitere Edelherbergen hat der Meister in Marokko, New York, Shanghai und Ägypten geplant.

Es war ein weiter Weg für Giorgio Armani vom Schaufensterdekorateur zu einem der einflussreichsten Designer des 20. Jahrhunderts. Am 11. Juli 1934 erblickte der kleine Giorgio als Sohn eines Transportunternehmers im norditalienischen Piacenza das Licht der Welt. Er wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf und begann ein Medizinstudium. Schon bald brach er dieses jedoch ab und hielt sich mit Gelegenheitsjobs wie Schaufensterdekorateur über Wasser. Der Autodidakt in Sachen Mode stieg bald zum Modeeinkäufer auf. Eine drastische Wende nahm sein Leben als er seinen großen Kollegen Nino Cheruti kennen lernte, bei dem er sich von 1961 bis 1970 seine ersten Sporen als Designer verdiente.

Hollywood spielte für den Erfolg des von Armani 1974 gegründeten Modeimperiums, das seinen Namen trägt, eine gewichtige Rolle. Als Richard Gere in den eher für seine überladene Mode bekannten 80ern als „Mann für gewisse Stunden“ auf Armanis Anzüge mit diskreter Zurückhaltung setzte, war ein Trend geboren. Auch Stars wie Tom Cruise und Leonardo DiCaprio vertrauen seit Jahren auf die klassische Zeitlosigkeit von Armanis Mode. Das edle Understatement spiegelt sich in Schnitten und Stoffwahl der Anzüge, aber vor allem auch in deren zurückhaltenden Farbtönen wieder. Nichts hasse er, sagte Armani einmal, so sehr wie „wichtigtuerische“ Kleidung.
Ruhe und Eleganz soll seine Mode ausstrahlen, und um dieses Ziel zu erreichen, erfindet ein Perfektionist wie Giorgio Armani auch schon einmal eine eigene Farbe. „Greige“ nennt er jene Töne zwischen grau und beige, die seine Farbphilosophie perfekt widerspiegeln.

Auch der Kunstwelt verschloss sich der herausragenden Bedeutung des Designers nicht. Im Jahr 2000 widmete ihm das New Yorker Guggenheimmuseum eine große Ausstellung mit 400 seiner Modelle aus 25 Jahre. Die Ausstellung sorgte für weltweites Aufsehen und zog von New York in die Guggenheim-Filiale in Bilbao, um dann im Jahr 2003 in der Berliner Neuen Nationalgalerie der interessierten Öffentlichkeit präsentiert zu werden.

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