Das Lacoste-Shirt – ein Krokodil erobert die Welt

am 14. Oktober 2010

Wir widmen uns heute einem unterschätzen Kleidungsstück. Einem stillen Helden, der zu den wichtigsten Revolutionen in der Herrenmodewelt zählt. Dem Brückenglied für jene Situationen, in ein T-Shirt zu leger ist und mit einem Hemd zu dick aufgetragen wäre. Seit über 80 Jahren gibt es den perfekten Kompromiss: Das Poloshirt! Und der Klassiker von René Lacoste bleibt für uns die erste Wahl.

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Polo-Shirt von Lacoste

Der Name Poloshirt lockt bezüglich des Ursprungs dieses Shirts auf die falsche Spur. Nicht für den elitären Reitsport wurde es entwickelt, sondern dem Tennis verdankt das Shirt seine Erfindung. Ein Großer des weißen Sports hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Dresscode im Tennis zu reformieren. Der Franzose René Lacoste war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Tennisstar. Sieben Grand Slam Siege gehen auf sein Konto.

Zu Lacostes sportlichen Hochzeiten war moderne und funktionale Sportbekleidung ein Fremdwort. Die Herren rannten dem Filzball in Flanellhosen und einem klassischen Hemd mit Krawatte hinterher. Lacoste ärgerte sich über den Mangel an Bewegungsfreiheit in dieser Kluft.
Der Mann, den US-Medien wegen seines geradezu verbissenen Kampfgeistes ‚The Crocodile‘ getauft hatten, erfand das perfekte Tennisshirt: Aus atmungsaktiver Piqué-Baumwolle ließ er ein Shirt mit Kragen und einer kurzen Ausschnittblende mit drei Knöpfen schneidern. Die kurzen Ärmel engten die Schlagbewegung nicht ein, der ungestärkte, flache Kragen störte nicht und ließ sich als Sonnenschutz für den Nacken hochklappen. 1926 stellte Lacoste das Shirt bei den U.S. Open der Weltöffentlichkeit vor.
Lewis Lacey, Herrenaustatter und Polospieler, begann übrigens etwa zur gleichen Zeit ähnliche Shirts für den Polosport zu produzieren und im Laufe der Zeit setzte sich seine Bezeichung Polohemd als Überbegriff für sämtliche Shirts gleicher Machart durch. So wurde auch aus Lacostes Tennisshirt ein Poloshirt oder Polohemd.

René Lacoste fand großen Gefallen an seinem Ausflug in die Modewelt. Nach Ende der Tenniskarriere gründete er mit seinem Freund André Gillier eine Modefirma. Die Wahl des Firmen-Logos fiel leicht, er entschied sich in Anlehnung an seinen Spitznamen für das Krokodil.

In Kombination mit einer Jeans empfehlen wir das Poloshirt als lässiges Freizeitoutfit mit Stil. Stimmt, ein charmanter Hauch von 80ern umweht dieses Styling. Auf dem Kopf sollten Sie dazu allerdings keine Poppertolle tragen – das wäre zu viel des Guten.

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