Wir finden, Sie sollten den Hut nehmen!

am 10. November 2010

Was haben Marlon Brando, Warren Beatty, Alain Delon und Ernest Hemingway gemeinsam? Es handelt sich allesamt um große Männer mit Stil, bei denen ein bestimmtes Kleidungsstück zum Markenzeichen wurde und nicht unwesentlich zu ihrem unbestrittenen Charisma beitrug: Der klassische Borsalino.

Im Jahre 1857 gründete Giuseppe Borsalino im italienischen Alessandria (Piemont) seine Manufaktur für Herrenhüte. Aushängeschild des traditionsreichen Unternehmens ist bis heute der klassische Borsalino, der weltweit zum Inbegriff dieser stilvollen Kopfbedeckung wurde. Es handelt sich um einen gewalkten Hut aus 120 bis 160 Gramm feinem Haarfilz aus Kaninchenhaar in Fedora-Form. Ebenfalls charakteristisch ist das innen liegende Schweißband aus Maroquin-Leder, das äußere Ripsband und das Seidenfutter. Für den traditionellen Borsalino, sind von der Rohform, dem Stumpen, an, insgesamt 120 Arbeitsschritte, die meisten von Hand, von Nöten. Echte Borsalinos werden auch nicht auf Lager produziert, sondern ausschließlich auf Bestellung von Einzelhändlern gefertigt.

Der klassische Herrenhut an sich ist fast vollständig aus unserem modernen Straßenbild verschwunden. Sieht man heute einen Mann mit Borsalino, so wird er diese Kopfbedeckung häufig mit einer gewissen Ironie tragen, oder sie erkennen in seinem Träger einen gereiften Gentleman wie aus einer Zeit. In diesem Winter jedoch soll die stilvolle Kopfbedeckung ein kleines, ernsthaftes Revival erleben.
Das sollte für seigende Umsatzzahlen bei Borsalino sorgen. Brachten vom Piemont aus vor einhundert Jahren noch jährlich 750.000 ihrer Hüte an den Mann, sind es heutzutage noch überschaubare 90.000. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen würden wir eine signifikante Steigerung der Verkaufszahlen begrüßen. Borsalinos verströmen distinguierten Charme in einem Ausmaß, dass man der Kopfbedeckung sogar einen Film gleichen Namens widmete, in der Alain Delon als klassischer Verführer brilliert. Die Tatsache, dass in jeder mittleren Großstadt Gastronomen auf die Idee kommen, eine Pizzeria oder ein Bistro mit dem Namen ‚Borsalino’ zu schmücken, finden wir allerdings geschmackstechnisch und stilistisch etwas zweifelhaft…

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