Ein Knigge für Hochzeitsgäste

am 7. Dezember 2010

Hochzeiten sind eine willkommene Gelegenheit, ein rauschendes Fest mit Familie und Freunden zu feiern! Die Planung und Vorbereitung für so ein Fest nimmt oft Monate in Anspruch. Für das Brautpaar soll es der schönste Tag im Leben werden und jeder Gast sollte bemüht sein, sein Bestes zu einer gelungenen Feier beizusteuern. Hierzu gehört, gewisse Regeln der Etikette einzuhalten! Unser kleiner Knigge soll Ihnen helfen, mögliche Fettnäpfchen geschickt zu umschiffen:


Hochzeitsanzug von Wilvorst

Die Einladung und ihre versteckte Botschaft

Teilen Sie dem Brautpaar nach Erhalt der Einladung möglichst zeitnah mit, ob und mit welcher Begleitung Sie bei der Hochzeit dabei sein werden. Hierbei sollten Sie gegebenenfalls erwähnen, ob bezüglich des Menüs Besonderheiten (wie Lebensmittelallergien oder der Wunsch nach einer vegetarischen Mahlzeit) vorliegen. Die Gastgeber müssen auf solche Sonderwünsche nicht eingehen, werden sich jedoch im Rahmen ihrer Möglichkeiten darum bemühen. Eine Hochzeit ist mit großem organisatorischem Aufwand verbunden, daher ist es ein Gebot der Höflichkeit, nicht erst auf den letzten Drücker auf eine Einladung zu reagieren.

Der Stil der Einladung gibt oft Hinweise auf den Stil der Hochzeit. Ist die Einladung schlicht, elegant oder traditionell gehalten? Gibt das Paar hier keinen expliziten Dresscode vor, können Sie sich vom Stil der Einladung bei der Auswahl der Kleidung inspirieren lassen.
Für Herren steht die Anmerkung „white tie“ übrigens für einen klassischen Frack, „black tie“ steht für den Smoking. So wie die weiblichen Gäste mit ihrer Kleidung die Braut nicht keinesfalls ausstechen dürfen, so sollten auch die Herren bemüht sein, den Bräutigam nicht in den Schatten zu stellen. Zurückhaltende Eleganz ist angesagt, schrille Accessoires wie knallbunte Krawatten verbieten sich von selbst.

Überpünktliches Erscheinen vor der Kirche oder dem Standesamt ist Gästepflicht. Ein Nachzügler, der hektisch in die Trauung stolpert, stört die Zeremonie für alle Beteiligten. Es ist empfohlen, 30 Minuten vor der Trauung vor Ort zu sein, damit alle in Ruhe ihren Platz einnehmen können.

Der Bräutigam gibt den Ton an

Nach der Trauung wird dem Brautpaar gratuliert. Halten Sie sich gegenüber der Braut mit allzu stürmischen Umarmungen zurück. Kunstvolles Styling und aufwändige Frisur sollen durch Ihren Überschwang nicht zu Schaden kommen. Die Höflichkeit gebietet es, auch den Eltern des Brautpaares Glückwünsche auszusprechen. Sollten Sie mit diesen nicht näher bekannt sein, stellen Sie sich kurz vor und erklären Sie, in welcher Beziehung Sie zu dem Paar stehen.

Auch wenn es jetzt zum genüsslichen Teil der Veranstaltung übergeht, sollten die Herren dies nicht zum Anlass nehmen, umgehend den Krawattenknoten zu lockern oder sich ihres Jacketts zu entledigen. Selbst bei sommerlichen Temperaturen bestimmt der Bräutigam wie förmlich oder leger es in Sachen Dresscode zugehen soll. Erst wenn er aus seinem Jackett schlüpft, ist dies auch den anderen männlichen Gästen gestattet.

Bevor das Menü gereicht wird, ist der Moment für die Reden gekommen. Der Brautvater ergreift als Erster das Wort. Mit gebührendem Abstand dürfen dann auch Trauzeugen oder Paten Ihre Glückwünsche äußern. Hierbei sollte die Geduld der Hochzeitsgesellschaft nicht überstrapaziert werden und Sie sollten sich mit Ihrer Rede auf maximal drei bis vier Minuten beschränken. Es versteht sich von selbst, dass dies nicht der Moment ist, zotige Anekdoten auszupacken. Humorvolle Unterhaltung ist bei einer Ansprache erwünscht, das Brautpaar vorzuführen und in eine peinliche Situation zu bringen, gehört sich schlichtweg nicht.

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