Fellmützen – So kriegen Sie modisch ordentlich auf die Ohren

am 13. Dezember 2010

Passend zum klirrenden Winter sind dieses Jahr pelzgefütterte Mützen mit Ohrenklappen einer der heißesten Trends. Harmonische Einstimmigkeit herrscht darüber, dass die Kopfbedeckung modisch und funktional zugleich ist. Nur über den Namen der Mütze konnten sich die Hersteller und Anbieter nicht einig werden.

Die Wurzeln der Mütze mit den Ohrenklappen, die man wahlweise oben auf dem Kopf mit Lederbändchen zusammenknoten kann, liegen im hohen, kalten Norden. Verkauft wird das wärmende Accessoire unter zahlreichen verschiedenen Bezeichnungen: Trapperfellmütze, Fliegermütze, Pilotenmütze, Thermomütze, Polarmütze oder Russenmütze wird sie genannt. Auch unter der russischen Bezeichnung Schapka Uschanka wird sie häufig gehandelt. Tatsächlich gehört die Mütze in dieser Form zur Grundausrüstung der russischen Armee. Ihre wahren Wurzeln liegen jedoch noch näher am frostigen Polarkreis.

Im russisch-finnischen Winterkrieg 1939 verloren Tausende Soldaten der russischen Armee ihr Leben, obwohl sie der finnischen Armee zahlenmäßig weit überlegen waren. Der harte Winter, die schlechte Ausrüstung und Versorgung führte dazu, dass viele russischen Soldaten erfroren und verhungerten. Mit einer Mütze namens Turkislakki M36 waren die finnischen Soldaten gegen den Unbilden der Natur sehr viel besser gewappnet als ihre Gegner. Die russische Armee reagierte indem sie eine neue Uniform einführte, zu der die Schapka Uschanka gehörte, die der Turkislakki M36 zum Verwechseln ähnlich sieht.

Auf den internationalen Laufstegen und von Trendsettern auf der Straße wird die Kopfbedekung prinzipiell mit ‚herabgelassenen’ Ohrenklappen getragen. So erzielt man nicht nur ein optimales Wärmeverhalten, diese Tragweise entfaltet auch den vollen Charme des Retro-Kopfputzes. In russischen Militärkreisen ist dieser Stil übrigens verpönt. Dort knotet man die Ohrenklappen auch bei minus zwanzig Grad nach oben, will man bei seinen Kameraden nicht als Weichei gelten.

Je nach Geldbeutel kann das Material der Mütze variieren. Sparfüchse geben sich mit einem Futter aus Webpelz zufrieden. Wer echten Pelz bevorzugt, hat die Wahl zwischen Lammfell, Kaninchen, Possum, Fuchs oder, besonders edel, echtem Zobel.

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