Braune Lederhandschuhe – Wärme mit viel Stil

am 27. Dezember 2010

Mit unserem Objekt der Woche wollen wir keinen Streit heraufbeschwören. Beim braunen Lederhandschuh handelt es sich nicht um einen Fehdehandschuh, sondern um ein Accessoire, dass in dieser Jahreszeit nicht nur wärmende Funktion hat, sondern Ihr Outfit stilvoll ergänzt.

Handschuh, Lederhandschuh, Roeckl
Handgenähter Lederhandschuh von Roeckl

Jener Fehdehandschuh stammt übrigens aus dem 18. Jahrhundert. Ging es dem Mann von Welt damals darum, seine Ehre zu verteidigen, schlug er mit eben diesem Stoffhandschuh seinem Gegner ins Gesicht, um ihn zum Duell zu fordern. Der Handschuh, der vor allem der Wärmedämmung gilt und von dem heute die Rede sein soll, wird übrigens schon in den Geschichten der Odyssee erwähnt. Bereits früh lernte man Leder, gefüttert oder ungefüttert, als Material schätzen. Seine hohe Dichtigkeit und wasserabweisende Eigenschaft machte das Leder zur ersten Materialwahl. Der Tragekomfort und die Strapazierfähigkeit sprechen ebenfalls für den Lederhandschuh.

Auch rein modisch gesehen kann der gemeine Strickfäustling, der sich für einen Businesslook von selbst verbietet, mit dem Lederhandschuh nicht mithalten. Sehr verbreitet in der Handschuhherstellung ist das Nappaleder. Dieses besonders weiche Glattleder stammt vom Kalb oder vom Schaf. Das Veloursleder hat eine raue Gebrauchsfläche und ist weniger wasserdicht als das Glattleder. Selten geworden ist der Glacéhandschuh, mit dem man sprichwörtlich besonders sensible Menschen oder Themen anpackt. Dieses extrem weiche Leder gehört zu den wenigen waschbaren Lederarten. Den weißen Glacéhandschuh sieht man eigentlich nur noch in Kombination zum Frack, wie er beispielsweise beim Wiener Opernball getragen wird.

Zur rustikalen Freizeitrmode dieser Wintersaison passt der braune Lederhandschuh ideal. Er kann mit einem weichen Strickfutter gefüttert sein, aber auch mit Fell. Lammfellhandschuhe garantieren ein extra warmes Tragevergnügen. Besonders hochwertig sind braune Lederhandschuhe aus Hirschnappa. Hirschleder ist besonders langlebig und weich. Antikleder, das durch Pressbehandlung seine ‚gelebte’ Optik erhält, passt hervorragend zum Vintagelook. Die spezielle Behandlung des Leders geht jedoch auf Kosten der Atmungsaktivität und Weichheit des Leders. Hierzulande seltener sieht man das in Argentinien verbreitete Capybara-Leder des Wasserschweins. Das hellbraune Leder mit kleinen, hellen Flecken wird in Südamerika nicht nur zu Handschuhen, sondern auch zu Gürteln und Jacken verarbeitet.

Für sportliche Aktivitäten wie Skifahren eignen sich solche hochwertigen Lederhandschuhe jedoch nicht. Hier erreicht man mit Leder die Grenzen der Strapazierbarkeit und Wasserdichtigkeit, abgesehen davon, dass Leder bei hoher Luftfeuchtigkeit und unter dem Einfluß von Schweiß eine gewisse „Glitischigkeit“ entwickeln kann, die die Griffsicherheit beeinträchtigt.

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