Nach der Insolvenz: Schiesser plant 2011 Börsengang mit Wolfgang Joop

am 28. Dezember 2010

Nach zwei Jahren endet die Insolvenz des Unterwäsche-Herstellers Schiesser am 31. Dezember. Es waren harte Zeiten für das Traditionsunternehmen. Jetzt hat das Unternehmen mit Unterstützung des Designers Wolfgang Joop die Talfahrt durchschritten und plant für das Jahr 2011 den Börsengang.

Feinripp, Schiesser, Unterhemd, Unterwäsche
Feinripp von Schiesser

Der Schweizer Jacques Schiesser gründete das Unternehmen im Jahr 1875 in Radolfzell am Bodensee. Schnell machte er sich mit hochwertiger Herrenunterwäsche einen Name und wurde zum Marktführer. Eine bewegte Firmenhistorie folgte und Schiesser wurde zu einem Unternehmen mit Weltruhm. Unterhosen und Unterhemden aus dem Hause Schiesser dominierten den Markt geradezu konkurrenzlos und der Schiesser „Feinripp“ war allgegenwärtiger Alltagsgegenstand und Kult, dem sein „Spiesser-Image“ lange nichts anhaben konnte.

Anfang der 90er Jahre geriet das Unternehmen ins Straucheln. Ein Schuldenberg von 86 Millionen Euro hatte sich angehäuft. Die Produktion wurde ins Ausland verlegt und 400 der 2300 Arbeitsstellen wurden gestrichen.
Erstaunlich schnell erholte sich das Unternehmen nachdem im Februar 2009 die Insolvenz angemeldet worden war. Man trennte sich von verlustreichen Lizenzgeschäften und reduzierte die Kosten. Im Juni dieses Jahr übernahm dann Wolfgang Joop nach längeren Verhandlungen Teile des Unternehmens. „Wolfgang Joop wird wesentlich dazu beitragen, die Marke Schiesser in ihrer Attraktivität zu stärken und zu profilieren“, sagte damals Insolvenzverwalter Volker Grub.

„Wir trauen uns zu, den Umatz innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln“, mit dieser optimistischen Aussage machte sich Joop ans Werk. Außerdem setzte er sich den Börsengang für das Jahr 2011 zum Ziel. Wolfgang Joop machte sich mit klaren Vorstellungen ans Werk: „Bei einer Traditionsmarke wie Schiesser müssen wir dafür sorgen, dass die Kernkompetenzen wieder sichtbar werden. Der Name und die Qualität müssen herausgestellt werden – als Kontrast zur Beliebigkeit.“
Als Kreativdirektor ist es Wolfgang Joop tatsächlich gelungen, das Image der Marke aufzupolieren. Das Unternehmen schreibt nun wieder schwarze Zahlen und tatsächlich haben die Gläubiger dem Börsengang 2011 zugestimmt. Eine Erfolgsgeschichte zum Ende eines ereignisreichen Jahres, über die wir uns freuen!

Vorheriger ArtikelBraune Lederhandschuhe - Wärme mit viel Stil Nächster ArtikelDer Blouson - Ein wandelbarer Jacken-Klassiker