Pyjama: Wie man sich bettet so liegt Mann

am 25. Januar 2011

Bei der aktuellen tristen Wetterlage möchte man sich eigentlich nur noch im Bett verkriechen. Warum eigentlich nicht? Auch dort kann man mit seinem Schlafanzug ein modisches Statement abgeben – durch einen Pyjama mit Klasse!


Jacques Britt Pyjama

Es muss ja nicht gleich das Modell sein, dass Neil Patrick Harris alias Barney Stinson in der Serie „How I met your mother“ trägt. Der Anzugsträger Nr. 1, der in Folge 100 der Erfolgsserie dem von ihm vergötterten Kleidungsstück eine hinreißende Musical-Nummer als Hommage widmete, machte seinen seidenen Pyjama-Anzug inklusive Hemd und Krawatte zum Fernsehkult.
Ganz so aus dem Ei gepellt muss der Mann von Welt im realen Leben nicht unter die Decke schlüpfen. Aber Ihre Schlafbekleidung verdient Beachtung!

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts trug der zivilisierte Mitteleuropäer zum Schlafen ein Nachthemd. Aus den indischen Kolonien wurde dann der Pyjama nach Europa gebracht. Das Hindi-Wort „Pajama“ steht für „Beinkleidung“, genauer gesagt für eine gerade geschnittene Hose aus leichtem Stoff, die im Bund mit einer zu knotenden Schnur zusammengehalten wird. Kurz nach seiner Ankunft in Europa kam der Pyjama für kurze Zeit auch als Freizeitanzug in Mode und war auf der Straße kein Tabu für den Herrn. Die Damen trugen das männliche Nachtgewand übrigens in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts für ein paar Sommer lang als Strandpyjama.

In China hat sich der Brauch, bei Gelegenheit im Pyjama vor die Tür zu treten, bis in die Neuzeit erhalten. Speziell in Shanghai waren Senioren, die im Pyjama ihre Einkäufe erledigten, kein seltener Anblick. Dieser legere Kleidungsstil war den Autoritäten ein Dorn im Auge, vor allem, als China im Jahr 2010 die Welt zur World Expo lud. In großen Kampagnen versuchte man die Bevölkerung Shangais für das Modethema zu sensibilisieren und brandmarkte das öffentliche Pyjamatragen als „rückständig und imageschädlich“.

Der Pyjama bestand von seinen Anfängen an bis heute meistens aus Baumwolle, die in kalten Nächten in Form von Flanell gerne innen angeraut getragen werden darf. Besonders edel ruht man natürlich im Seidenpyjama, der sich aber eher für Wärmeperioden eignet. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall süße Träume in Ihrem Pyjama, also keine von der Art, in der man plötzlich im Pyjama – oder mit noch weniger am Leib – in der Vollversammlung vor den Kollegen steht…

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