Schon gewusst, wann und wie man Querbinder trägt?

am 31. Januar 2011

Der Modekenner unterscheidet bei den Herrenaccessoires den Quer- und den Langbinder. Der Laie nennt diesen genähten Halsschmuck meist Fliege und Krawatte. Bis ins 19. Jahrhundert war die Fliege, auch Schleife genannt, verbreiteter als die Krawatte.

Bezeichnungen gibt es für den Querbinder diverse: Fliege, Schleife, in Österreich wird er auch Mascherl genannt. Im Alltag begegnet man ihm heutzutage jedoch selten. Die Fliege gehört zur Arbeitskleidung im Personalbereich der gehobenen Gastronomie, oder in Übergröße und bunt gepunktet zur Grundausrüstung des traditionsbewussten Clowns. Bei Profiturnieren ist der Querbinder außerdem bei Snooker- und Billiard-Spielern Pflicht.
Mit einem alltäglichen Anzug wirken Sie mit Fliege allerdings schnell overdressed oder wie ein Exzentriker. Sie sehen, dieses Kleidungsstück verlangt modisches Fingerspitzengefühl. Apropos Fingerspitzengefühl: Eine Schleife zu binden – und wer auf Stil setzt bindet selbst – ist übrigens weniger schwierig als einen perfekten Krawattenknoten hinzubekommen.
Nur vier Prozent der Deutschen sind bekennende Fliegenträger. Prominente Träger sind James Bond (alias Sean Connery, Pierce Brosnan, Roger Moore oder Daniel Craig), SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, Musiker Max Raabe und Götz Alsmann.

Ihren Ursprung hat die Fliege angeblich in der Damenmode. Mit einer Schleife verzierten die Damen am Hofe Ludwig XV ihr Mieder. Ganz verrucht trug Madame Pompadour, die Mätresse des Königs, diese Schleife am nackten Hals. Eine Tragweise, von der sich die Herren am Hof inspirieren ließen.

Heutzutage gehört die Fliege vor allem zu den großen, festlichen Anlässen wie dem Wiener Opernball. Zum Frack gehört eine weiße Schleife aus Piké, zum Smoking die schwarze Satinschleife. Wir wollen aber auch eine Bresche für den modebewussten Schleifenträger im Alltag brechen: Mit Witz und Charme getragen ist der Querbinder auch heute noch ein modischer Hingucker, der Laune macht!

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