Dresscode – Von Black Tie bis Casual Friday

am 14. Dezember 2009

Nachstehend unsere Tipps, wie Sie Hinweise dekodieren, um den richtigen Dresscode zu erfahren.

Bei Festlichkeiten
Im Büro

Bei Festlichkeiten
Nun ja, hierzulande sind die Anlässe die wirklich festliche Garderobe aus dem Schrank zu holen eher spärlich gesät. Falls aber doch einmal eine aufregende Einladung ins Haus flattert, tut man(n) gut daran die versteckten Hinweise an die Anforderungen der Garderobe richtig zu entschlüsseln – möchte man doch nicht als schlechte Abendunterhaltung enden.

Lounge suit/ smart suit/ day suit
Sofern keine weiteren Anmerkungen auf der Einladung stehen, reicht der normale Anzug. Am Abend in dunklen Farben. Zur Gartenparty gerne in helleren Tönen, wie grau oder hellbraun. Grelle Farben oder Kombinationen, auffällige Krawatten und andere modische Experimente sind allerdings tabu!

Abendgarderobe
Das Wörtchen Abendgarderobe signalisiert, hier wird ein eleganter, dunkler Anzug erwartet, dazu schwarze Schuhe. Der Partnerin empfiehlt der geschulte Gentleman im Übrigen das Etuikleid. Zu einer Cocktailparty darf es auch das „kleine Schwarze“ sein.

eleganter Anzug & Smoking

Elegenater Anzug – oder doch lieber ein Smoking?

Black tie/ Cravate Noire/ Gesellschaftsanzug
Die klassische Variante ist ein schwarzer Smoking. Keine Ausnahmen: dazu trägt man(n) ein weißes Smokinghemd, eine schwarze Fliege und ein Kummerbund, idealerweise in schwarz. Das Einstecktuch ist weiß. Socken, wie Schuhe sind ebenfalls schwarz. Lederschuhe sind kein Muss, solange der Farbcode eingehalten wird.

White Tie/Cravate Blanche/großer Gesellschaftsanzug
Großer Gesellschaftsanzug bedeutet groß auffahren: um einen Frack kommen die Herren bei dieser Auforderung nicht herum. Der klassische Frack ist schwarz und einreihig. Dazu wird die klassische ebenfalls schwarze Frackhose getragen. Diese zieren zwei Seidenstreifen an der äußeren Seitennaht. Die Frackweste, das Frackhemd und die Fliege sind weiß. Zylinder und weiße Handschuhe sind heutzutage keine Pflicht mehr, runden die Garderobe aber stilvoll ab.

z.B. ein Galaanzug von Wilvorst

Morning suit
Dem Namen entsprechend ist der Anzug nicht für den Abend gedacht, und kann daher auch nicht durch jene Garderobe ersetzt werden. Oder umgekehrt. Der Schnitt ähnelt dem Frack. Der Farbcode ist aber weniger strikt. Erlaubt sind Grau- oder Schwarztöne, gelegentlich auch Blau. Das Hemd ist weiß, dazu wird eine Weste getragen, die gerne farbig sein darf. Dazu wird eine Krawatte getragen, die farblich auf die Weste abgestimmt wird.

Decorations
Wer nicht in adligen Kreisen verkehrt, wird kaum auf diesen Hinweis stoßen. Aber für den Ernstfall hier der Hinweis: „Decorations“ fordert Ordensträger dazu auf, ihre Auszeichnungen zu zeigen. Wer einen Orden verliehen bekommen hat, sollte diesen entsprechend präsentieren. Diesen Hinweis findet man aber meist nur in Verbindung mit dem großen Gesellschaftsanzug.

Die kleinen Do’s and Dont’s
Dass der Anzug natürlich einwandfrei sitzen muss, versteht sich von selbst. Darüber hinaus sollte man einige Kleinigkeiten beachten:
Ausbeulende Geldbörsen sind in jedem Falle zu vermeiden. Die Devise lautet: sich auf das Nötigste zu reduzieren, und dieses, sofern möglich, an der Garderobe mit aufgeben. Einige Scheine und wenige Münzen in der Hosentasche sollten ausreichen.
Das Feuerzeug nicht vergessen. Das gilt auch für Nichtraucher! Die rauchende Dame dankt es Ihnen mindestens mit einem bezaubernden Lächeln.
Eine feine Zigarre macht den Unterschied und darf ruhig auftragen.
Carriages at midnight meint im Übrigen keine mitternächtliche Kutschfahrt, sondern definiert lediglich das Ende der Veranstaltung. Um Punkt Mitternacht.

Im Büro

Arbeit wie immer
Vier Tage die Woche gilt “business as usual”. Ausgenommen bei der kleinen, hippen Agentur im Hinterhof, bezieht sich das auch auf die Garderobe. Dann gelten strengere Kleidungsrichtlinien. In konservativen Unternehmen versteht man darunter den dunklen Anzug zu schwarzen Schuhen. Die Farbwahl beschränkt sich klassischerweise auf Schwarz, Dunkelbau und Anthrazit. Sofern sie nicht James Bond heißen oder in einem Bestattungsinstitut arbeiten, sollte der schwarze Anzug allerdings durch helle Streifen aufgelockert sein.
Wer keine modischen Experimente mag ist mit der Entscheidung für ein Hemd in weiß oder blau stets gut beraten. Wer seine Garderobe aber etwas auflockern möchte, kann hierbei gerne zu weiteren Farben greifen, sollte diese aber unbedingt auf den Typ abstimmen. Accessoires sollten auf die Grundfarben abgestimmt und, wenn überhaupt, sparsam eingesetzt werden. Dezent gewinnt. Kompetenz und Seriosität spiegeln sich nämlich in der Kleidung wieder!

Kollegen als Orientierungspunkt
Die Kollegen sind gute Referenzpunkte, wenn man sich bei der Kleidungswahl nicht sicher ist. Der Blick sollte dabei aber immer nach oben gehen; der Vorgesetzte ist der Maßstab, nicht der Praktikant – auch wenn er adrett ist! Allerdings gilt auch im Büro die Hochzeitsregel: nie besser gekleidet sein, als die Hauptperson. In diesem Fall der Chef!

© Andreas Fischer – Fotolia.com

Casual Friday
Am Freitag darf es in vielen Unternehmen legerer werden. Dann kann der Anzug, bzw. das Jackett sich im Schrank erholen. Ein erlaubter Ersatz ist eine klassische Jeans – aber bitte auch hier in gedeckten Tönen. Kombiniert mit einem Hemd, das selbstverständlich in die Hose gesteckt wird, ist man mit diesem Auftritt gang und gar büro-konform. T-Shirts sind zu vermeiden, Polo-Shirts dagegen oftmals akzeptiert. Bei den Schuhen allerdings sollte man das casual nicht zu wörtlich nehmen. Sportschuhe und Sneakers, auch in den eleganten Versionen, sind nicht gern gesehen.

After work und doch at work
Wer nach getaner Arbeit mit den Kollegen noch etwas trinken geht, darf Krawatte und Sakko gerne ablegen. Eine größere Umkleideaktion ist jedoch weder nötig noch angebracht.
Ausnahme: Wer den Tag über ein helles Hemd getragen hat, kann jetzt auf ein Dunkleres umsteigen. Auf keinen Fall jedoch ein bunt gemustertes Hemd oder eines mit Knallfarben!

DOs and DONTs
Die Sockenfrage: Die Socken sollten immer ein bis zwei Nuancen dunkler sein, als die Hose. Bitte keine auffälligen Muster oder gar in weiß, und unter keinen Umständen Sportsocken – auch nicht wenn es nach der Arbeit ins Fitnessstudio geht!
Wie viele Knöpfe beim Sakko auf oder zu sein dürfen, entscheidet der Schnitt und die Anzahl der Knöpfe. Beim klassischen Einreiher mit zwei Knöpfen, wird der Oberste geschlossen. Bei drei Knöpfen, wahlweise der Mittlere oder die beiden Oberen. Im Sitzen darf der Einreiher geöffnet werden. Wogegen der Zweireiher immer geschlossen bleibt, ganz gleich wie viele Knöpfe er hat und ob man sitzt oder steht.

Autor: NaF


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