Schon gewusst, was der moderne Kilt mit Betriebssicherheit zu tun hat?

am 23. Februar 2011

Die spontane Frage, die jedem zum Kilt einfällt, ist, was der Schotte drunter trägt. Da die Frage nach der Unterwäsche des traditionellen Rockträgers mannigfaltig behandelt wurde, wollen wir uns heute einem anderen Aspekt der schottischen Nationaltracht zuwenden.

Kilt, Tracht, Wolle, Unterwäsche
Traditioneller Kilt © Jongleur100

Die Wiege des Kilts liegt in Schottland. Dort trug man bis ins späte 16. Jahrhundert eine weite Tunika und lange Hosen. Die kalten Winter brachten die Schotten dann auf die Idee mit dem Kilt. Das ursprüngliche Kilt besteht aus einem Plaid, einer einfachen Decke aus grober Wolle. Lange erfüllte der Kilt so beide Verwendungszwecke: Als Decke und, kunstvoll ihn zahlreiche Falten gelegt und von einem Gürtel im Bund gehalten, als Kleidungsstück. Diese dichte und voluminöse Tragart sorgte für den richtigen Wärmeschutz.

Die Verbreitung des modernen Kilt verdanken wir angeblich dem Engländer Thomas Rawlinson, dem Besitzer eines Stahlwerkes. Er war besorgt um die Sicherheit seiner schottischen Mitarbeiter, deren wuchtige Kilts das Unfall- und Verletzungsrisiko erhöhten. Bereits zuvor hatte es Kilts mit genähten und nicht gelegten Falten gegeben, an denen sich Rawlinson orientierte. 1725 erfand er den modernen Kilt.
Seine Länge reicht bis übers Knie und er soll beim Knien den Boden nicht berühren. Zur Herstellung des modernen Kilt braucht es noch immer stattliche 5,4 bis 7,3 Meter Stoff, wenn der Stoff einfach liegt (ca. 65 cm breit) oder immer noch 2,7 bis 3,6 Meter in doppelter Stoffbreite (ca. 1,45 cm).

Ursprünglich gab es die heute übliche Zuordnung gewisser Muster zu bestimmten Clans übrigens nicht. Vielmehr war es so, dass ärmere Schotten sich nur einfarbige oder einfach karierte Kilts leisten konnten. Reichere Schotten griffen zu mehrfarbigen und aufwändiger gewebten Stoffen.

Und um uns doch noch auf die Spur des alten Mythos zu machen: Als der Kilt erfunden wurde, gab es noch keine Unterwäsche. In alten Zeiten knotete der Schotte seine Tunika unter dem Kilt zwischen den Beinen zusammen. Heute hat der Schotte völlige Wahlfreiheit ob er mit oder ohne Unterhose oder Boxershorts unterm Kilt unterwegs ist. Lediglich eines steht fest: Freunde machen Sie sich in Schottland nicht, wenn Sie es für einen gelungenen Gag halten, den fremden Saum eines Schottenrocks zu lüften!

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