Pannenratgeber – Erste Hilfe beiFlecken-Notfällen und Pflegeunfällen

am 14. Dezember 2009

Unfälle passieren hin und wieder: Ob das Bügeleisen zu heiß eingestellt war oder sich mal wieder Tomatensoße auf dem frisch gewaschenen Hemd breit gemacht macht. Ist der Schaden erst einmal passiert, hilft Jammern nicht viel weiter. Darum gilt, wie in jeder Notfallsituation, keine Panik zu bekommen, sondern die Situation souverän zu meistern. Unterstützung finden Sie hier in unserem Pannenratgeber…

Fleckenentfernung
Was tun bei…?
Bügelpannen
Waschunfälle

Fleckenentfernung

Sofortmaßnahmen ergreifen!
Für die meisten Flecken gilt: Je schneller die Entfernung eingeleitet wird, desto besser! Ein erster Schritt ist immer das sofortige Ausspülen der Verschmutzung mit klarem Wasser.

Dann aber Vorsicht!
Hat das erste Ausspülen nicht den gewünschten Effekt gebracht, muss man im zweiten Schritt zu härteren Mitteln greifen. Doch ab jetzt gilt es Vorsicht walten zu lassen: Für alle Fleckenentfernungsmethoden sollte zuerst eine Saumprobe durchgeführt werden. Sprich an einer verdeckten Stelle (Innenseite des Saums) wird geprüft, ob die Methode zur Entfärbung oder Beschädigung des Materials führt.

Fleck auf Krawatte
© drubig-photo – Fotolia.com

Was tun bei…?

Bier:
Bierflecken zunächst mit lauwarmem Wasser ausspülen und anschließend gemäß Pflegeanleitung waschen. Zusätzlich kann der Fleck gebleicht werden. Bei weißer Wäsche mit Fleckensalz oder Flüssigbleiche. Bei Buntwäsche dagegen lieber mit Essigessenz (2 El auf 500ml).

Bleistift:
In der Regel reicht das Auswaschen mit lauwarmem Wasser. Oder aber Sie radieren den Fleck mit einem sauberen Radiergummi ab. Vor allem bei wasserempfindlichen Stoffen und Leder ratsam.

Butter:
Fettreste zunächst mit einem stumpfen Messer abschaben. Dann einige Lagen saugfähiges Küchen- oder Löschpapier auflegen und kurz ausbügeln. Zum Abschluss mit etwas Fleckenentferner oder Reinigungsbenzin abtupfen.

Cola:
Aus unempfindlichen Stoffen kann der Fleck mit warmer Waschmittellauge entfernt werden. Empfindliche Stoffe sollten besser nur vorsichtig unter kaltem fließendem Wasser ausgespült werden.

Cognac:
Cognacflecken mit zuvor erwärmtem Alkohol (95%) aus dem Stoff ausreiben.

Eigelb:
Flecken trocknen lassen und anschießende vorsichtig ausbürsten oder abkratzen.

Grasflecken:
Zunächst den Fleck mit Essigessenz oder Zitronensaft behandeln. Anschließend normal waschen.

Kaffee oder Tee:
Kaffe- oder Teeflecken zunächst mit einer Lösung aus Feinwaschmittel und Wasser betupfen und anschließend mit klarem Wasser so lange wiederholen, bis keine Waschmittelreste mehr aufschäumen. Gelegentlich lassen sich ganz frische Flecken auch durch sofortiges Übergießen mit kohlesäurehaltigem Mineralwasser entfernen.

Kurkuma:
Das Gewürz Kurkuma ist sehr farbintensiv und lässt sich nur schwer entfernen. Zunächst mit lauwarmem Wasser ausspülen und dann in einer Glyzerinlösung etwa 30 Minuten einwirken lassen, ausspülen und normal waschen. In hartnäckigen Fällen wie bei Verfärbungen verfahren (s.u. „Verfärbungen auf weißer Wäsche“).

Marmelade:
Reste vorsichtig abschaben. Anschließend in Boraxlösung oder Seifenlauge einweichen, bevor es in die normale Wäsche geht.

Milchkaffee oder Kakao:
Diesen Flecken muss man in zwei Stufen begegnen. Zunächst das Fett mit warmen Wasser ausspülen und anschließend mit warmer Waschlauge oder Fleckensalz einweichen, um der Verfärbung entgegen zu wirken.

Milch:
Sofort ausspülen mit lauwarmem Wasser, anschließend normal waschen.

Möhren:
Frische Flecken sofort mit stark kohlesäurenhaltigem Wasser auswaschen. Ansonsten vor dem normalen Waschen in milder Waschmittellauge einlegen. Anschließend in beiden Fällen die Kleidung in der Sonne ausbleichen zu lassen.

Obstsaft:
Bei frischen Flecken am besten das Kleidungsstück sofort in kaltem Wasser einweichen. Mindestens aber unter fließendem kaltem Wasser ausspülen. Anschließend mit Essig oder Zitronensäure behandeln und normal Waschen.

Öl- Maschinenfett:
Den Fleck mit Butter bestreichen und über Nacht einwirken lassen.  Am nächsten Tag die Butterreste mit Talkumpuder bestäuben und wieder über Nacht wirken lassen. Zum Abschluss normal waschen.

Rotwein:
Die altbekannte Methode mit dem Salz sollte nur bei Baumwolle oder Synthetik Anwendung finden. Empfindliche Stoffe, wie Wolle oder Seide, können Farb- und Faserschäden erleiden. Hier empfiehlt es sich den Flecken mit Zitronensaft einzureiben und anschließend mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser anzusprühen. Diese Mischung sollte einige Zeit einwirken, bis sie mit Waschmittelschaum sauber abtupfen wird.

Schokolade:
In kohlesäurehaltigem Wasser einlegen und eine Geschirrspültablette dazu geben. Alternative mit lauwarmem Seifenwasser auswaschen. Anschließend mit klarem Wasser nach spülen und wie gewohnt waschen.

Senf:
Mit milder Waschmittellauge und anschließender Behandlung mit Salmiakgeistlösung können frische Flecken relativ leicht ausgewaschen werden. Eingetrockneter Senf ist hartnäckiger und sollte zunächst mit einer Glyzerinlösung aufgeweicht und danach gut ausgewaschen werden.

Bügelpannen

Bügelflecken
lassen sich entfernen, indem man die betroffenen Stellen leicht mit Essig einreibt.

Waschunfälle

Verfärbungen auf weißer Wäsche
sofort entfernen! Das heißt: die verfärbten Textilien dürfen weder getrocknet oder gar gebügelt werden.

Geben Sie die Wäsche mit Fleckensalz oder Flüssigbleiche, bei unempfindlichen Stoffen Chlorbleiche, erneut in die Waschmaschine. In schwierigen Fällen kann auf Heiß- oder Universalreiniger zurückgegriffen werden. Diese entfärben allerdings mit Schwefeldioxid und sind daher für Baumwolle, Leinen und Mischgewebe ungeeignet. Außerdem reizen sie Augen und Atemwege.

Nutzen Sie die für die betroffenen Kleidungsstücke höchstmögliche Temperaturstufe. Anschließend die Wäsche noch mal in einem kompletten Waschgang mit wenig Waschpulver auswaschen. Das hilft vor allem zu verhindern, dass Restfarben bleiben – die, wenn sie mit Sauerstoff oxidieren, wieder farbig werden könnten.

Verfärbungen auf  Buntwäsche
Hier gibt es spezielle Entfärber für Buntwäsche. Aber dennoch ist bei Buntwäsche äußerste Vorsicht geboten. Sonst ist die originale Farbe schnell mit entfernt.

Machen sie zunächst eine Probe, um zu sehen, ob die Originalfarbe die Entfärbung übersteht. Werfen Sie dazu eine Gewebeprobe, lose Fäden etc. in die Entfärberlösung.

Nach einer Stunde nehmen Sie die Gewebeprobe heraus, spülen Sie sie gründlich aus und vergleichen Sie sie mit dem Original. Ist der Farbvergleich zufrieden stellend, können Sie die Entfärbung auf die verfärbten Teile anwenden. Legen Sie sie dazu in einen Eimer mit dem Entfärber. Sie sollten den Prozess nun immer im Blick haben, um die Wäsche rechtzeitig wieder aus der Lösung zu holen!

Autor: NaF


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