Neues von Westen

am 6. April 2011

Herrenwesten sind historisch gesehen ein relativ junges Kleidungsstück. In ihrer kurzen Zeit auf dem Planeten der Herrenmode haben sie eine Vielfalt an modischen und funktionalen Formen angenommen. Strickwesten, schusssichere Westen, Schwimmwesten… nicht alle Unterarten eignen sich für ein modisches Styling.

Westen wurden bei uns in Europa zuerst im 17. Jahrhundert am Hof von König Charles II von England, Schottland und Irland eingeführt und gehörten in Zeiten der Restaurierung der britischen Monarchie zum offiziellen Dresscode. Englische Reisende hatten die Idee aus Persien mitgebracht, wo eine westenartige Jacke zur traditionellen Tracht gehört.

Die Westen jener Zeit waren für gewöhnlich sehr bunt und aufwändig bestickt. Sie waren vor allem schmückendes Beiwerk, das den Wohlstand des Trägers zur Schau stellen sollte. Erst im 19. Jahrhundert kamen die Anzugswesten auf, die wir heute noch kennen. Damals schneiderte man die Westen erstmals aus den schlichten uni-farbenen Stoffen, aus denen auch der Gehrock hergestellt wurde.

Von da an gehörte die Weste zu einem anständigen Anzug dazu. Die Herren wussten auch die wärmende Eigenschaft der zusätzlichen Stoffschicht zu schätzen. Im Laufe des 20. Jahrhundert gehörte die Weste zwar lange noch zum korrekten Businessoutfit, aber doch trat sie langsam ihren Rückzug an. In Kriegszeiten war man darauf angewiesen Stoff zu sparen. Später bekamen die Westen durch Pullover und Pullunder wärmende Konkurrenz.

Westen gibt es für diverse Funktionen: Als Unfallweste, Schwimmweste, Safari- oder Anglerweste mit viel Stauraum, als Erkennungszeichen von Kellnern, Jeansweste und Hochzeitsweste. Getragen wird die Weste über einem Hemd, oder lässig über einem Shirt. Eine Weste auf bloßer Haut empfehlen wir nur bei entsprechend imposantem Körperbau und wenn Sie eine Karriere bei den Chippendales anstreben.

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