Trilby und Fedora – Hüte mit Bühnenreife

am 21. April 2011

Der Trilby ist ein keckes Hütchen, das Coolness und Charme versprüht. Er verdankt, wie seine breitkrempige Version, der Fedora, seinen Namen einem erfolgreichen Theaterstück und wurde nach seinen Hut-TrägerINNEN benannt.

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Trilby von Strellson

Der klassische Fedora trägt seinen Namen nach dem Theaterstück „Fédora“ von Victorien Sardou aus dem Jahr 1882. Die Titelheldin Prinzessin Fedora Romazova trug in dem Stück einen solchen Hut. Der Fedora entwickelte sich zum wohl beliebtesten Herrenhut überhaupt. Bis in die Fünfziger Jahre gehörte er in den USA zur unabdingbaren Ergänzung des klassischen Herrenanzugs. Seine Beliebtheit nahm erst ab, als man begann Autos niedriger zu konstruieren.

In Hollywood-Filmen der 40er Jahre wimmelte es von diesen Hüten. Humphrey Borgart ist ohne einen schräg aufgesetzten Fedora fast nicht wieder zu erkennen. Vermutlich haben seine Filme dazu beigetragen, dass man den Hut auch mit dem Image eines Gangsters, Privatschnüfflers und Mafiabosses assoziierte.

Der Trilby ist der kleine, schmalkrempige Bruder des Fedoras. Seine hintere Krempe ist steil nach oben gebogen und wie der Fedora hat er eine C-Krone in Form einer Vertiefung in Oberseite des Hutes.
Durch eine Vielfalt an Materialien und Farben ist der Trilby sehr wandelbar und hat einen großen Freundeskreis.
Auch er wurde zunächst von der Heldin eines Theaterstücks getragen. Der Roman „Trilby“ war ein Riesenerfolg der Gothic Horror-Novel Ära des Fin de Siècle. Er wurde mit einer vergleichbaren Begeisterung aufgenommen wie Bram Stokers „Dracula“. Autor war George du Maurier, der Großvater von Daphne du Maurier.
Die Geschichte um eine naive Frau, die von einem manipulativen Mann unter Hypnose zur großen Sängerin aufgebaut wird, war ein Riesenerfolg auf britischen Bühnen. Die Heldin Trilby trug einen kurzkrempingen Hut, der nach ihrer Figur benannt wurde und sich schon bald bei Herren und Damen einer großer Beliebtheit erfreute.

Heute ist der Trilby ein beliebtes Accessoire bei jungen Männern. Besonders beliebt ist er bei Musikern aus der Ska- und Indieszene, die ihn mit kurzärmligen Karo-Hemden kombinieren. Aber auch Jazzmusiker schieben sich das Hütchen gerne tief in den Nacken. Frank Sinatra war einer der ersten, die den Trilby unter Musikern weltweit populär machten.

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