Schon gewusst: Warum früher nur Weicheier Manschetten hatten

am 6. Mai 2011

Die Redewendung ist vom Aussterben bedroht. Bevor sie ganz verschwindet, wollen wir noch schnell erklären, warum jemandem, der Angst vor einer bestimmten Situation hat, vorwirft, er ‚hat Manschetten’.

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Manschettenknöpfe von Hechter

Die Manschette bezeichnet die untere Blende eines Hemdes oder eine Bluse, die mit einem oder zwei Knöpfen am Handgelenk geschlossen wird. Sie ist in der Regel aus zwei Stofflagen genäht und ist mit Vlies verstärkt, das sie, wie der Kragen, stärkerer Abnutzung als andere Teile eines Hemdes ausgesetzt ist.
Die Manschette an sich kann einfach liegen, oder durch Umschlagen doppelt liegen. Letztere Variante, auch französische Manschette oder Doppelmanschette genannt, wird heute fast ausschließlich zum Smoking getragen, hier ist sie dann aber auch modische Pflicht.

Manschetten trug man bereits um 1750, gerne auch in studentischen Verbindungen. Besonders modebewusste Männer trugen damals lange Manschetten, die oft bauschig bis über den Handrücken fielen. Dieses Detail störte bei vielen Tätigkeiten, unter anderem auch beim Führen des Degens, bei den damals üblichen Duellen und sportlichen Konkurrenzkämpfen.
Drückte sich jemand also um die Auseinandersetzung mit der Waffe, weil er modischen Extravaganzen den Vorzug über seine Kampfbereitschaft gab, so hatte er Manschetten.
Die historische Version eines Weicheis, sozusagen.

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