Willy Bogner – Sport, Film und ein Modeimperium "nebenbei"

am 12. Mai 2011

Willy Bogner jr. ist ein erfolgsverwöhnter Mann. Die Tatsache, dass er mit seinen Bemühungen um die Winterolympiade 2018 in Garmisch Partenkirchen mit seinem Engagement auf massive Widerstände stieß, ist einer der wenigen Tiefpunkte in einem Leben voller Abwechslung und Abenteuer. Von dem Olympia-Projekt verabschiedete er sich dann auch im letzten September und überlässt es nun seiner Nachfolgerin Kati Witt, die Werbetrommel für Bayern zu rühren.

Skimode, findet der ehemalige Weltklasseläufer Willy Bogner jr. (23.1.1942), gehört in die Hände eines Experten, den nicht nur modische Aktualität interessieren, sondern der auch die speziellen Bedürfnisse der Sportler kennt. Der Erfolg gibt Willi Bogner Recht.

Bereits 1938 gründete Willy Bogner senior das Unternehmen. Auch er war erfolgreicher Skisportler und gab offensichtlich neben seinem sportlichen Talent die Begeisterung für Mode an seinen Sohn weiter. Der übernahm 1977, nach dem Tod des Vaters, gemeinsam mit seiner brasilianischen Ehefrau Sonia, das Unternehmen. Erfolgreich führte er es weiter und baute die Firma zur führenden Modemarke im Bereich Wintersport aus.
Bogner beschäftigt 700 Mitarbeiter und macht durchschnittlich 150 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Die allgemeine Krisenstimmung ging offenbar spurlos an ihm vorüber. Er bezeichnet 2010 als das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte.
Das hat sicher auch mit dem sportlichen und modischen Aushängeschild Maria Riesch zu tun. Natürlich waren Bogner und Gattin Mitte April Ehrengäste bei der Hochzeit der Ausnahmesportlerin.

Neben seinen sportlichen Lorbeeren und den beruflichen Höhenflügen als Modeunternehmen erfüllte sich Bogner einen weiteren, großen Lebenstraum. Film faszinierte Bogner schon immer. Erste Sporen in dem Bereich verdiente er sich bereits 1969. Er fuhr in dem James Bond Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ als Ski-Kameramann unter anderem rückwärts den Hang hinunter, um rasante Schussfahrten zu filmen und filmte eine wilde Verfolgungsjagd eines Skifahrers in einer Bobbahn. Auch in den Bondfilmen „Der Spion, der mich liebte“, „In tödlicher Mission“ und „Im Angesicht des Todes“ war Bogner für die Skiszenen verantwortlich.
Sein Sport-Spielfilm „Feuer und Eis“ feierte 1985 große Erfolge und wurde mit dem Bambi und dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnet.

Nun, mit 69 Jahren, blickt Bogner auf ein bewegtes Leben zurück. Einen Nachfolger aus der eigenen Familie für das Unternehmen zu finden ist eher unwahrscheinlich. Doch Bogner ist ein Mann der loslassen kann. Falls sich seine Tochter, die Innenarchitektur studiert, dagegen entscheidet, die Firma zu übernehmen, könnte er sich vorstellen, die Firma zu verkaufen. Dann will er sich voll seiner Filmleidenschaft hingeben und eventuell ein eigenes Filmtheater aufbauen. Dort könnte dann sein 3D-Film über die Geschichte des Skisports laufen, den er kürzlich abgedreht hat.

Vorheriger ArtikelSiegelring und Manschettenknöpfe – Schmuck für den reifen Mann Nächster ArtikelPiere Cardin – Verdienter Ruhestand mit 88