Kenzo Takada – Ein Leben für die Schönheit

am 1. Juni 2011

Gerne schaut die Modeszene in den Fernen Osten. Japan regt mit seiner reichen Tradition und Sinn für schlichtes, doch edles Design die Fantasie und Kreativität vieler an. Erstaunlich wenige japanische Designer gelang es jedoch, zu internationalem Ruhm zu kommen. Kenzo Takada mit seinem Label war einer der ersten, die Europa mit ihrer Mode eroberten.


Kenzo Takada © michell zappa

Im Jahr 1970 stieg der junge Kenzo Takada auf ein Schiff Richtung Marseille. Er hatte gerade sein Modestudium am Bunka Fashion College in Tokio absolviert. Dort hatte Kenzo, eines von sieben Kindern, zunächst gegen den Willen seiner Eltern als erster männlicher Student einen Studienplatz ergattert.
‚Jungle Jap’ nannte er sein erstes Label in Frankreich. Schon damals fanden sich folkloristische Elemente und traditionelle Einflüsse aus dem Kabuki und Nootheater in seiner Mode wieder.

Als „destrukturierte Couture“ bezeichnete Kenzo seinen persönlichen Stil einmal. Dieser ist häufig geprägt von sonnigen Farben, üppigen Blumenmustern, kombiniert mit bequemen, weiten Schnitten.
„Ich inspiriere mich an Kunst und Filmen, liebe die Bilder von Gaugain und Matisse, aber auch Botticellies Renaissance-Werken und romantische Kinostreifen. Ich bin ein sehr visueller Mensch, reise viel und gerne. Später schwelge ich in Erinnerungen. Dann zeichne ich“, erklärt er auf die Frage nach seinen Inspirationsquellen.

Bis ins Jahr 1999 führte Kenzo Takada das Unternehmen. Dann, im Alter von 60 Jahren, wollte er sich im wohl verdienten Ruhestand erholen und sich ganz seiner Familie und seiner Reiseleidenschaft widmen. Zunächst übernahm Roy Kreyberg die Herrenkollektion, der jahrelang schon an der Seite des Meisters gearbeitet hatte. Für die Damenmode zeichnet der Sarde Antonio Marras seither verantwortlich. Im Jahr 2008 übernahm Marras dann auch die Federführung bei der Herrenmode.

So ganz aus dem kreativen Geschäft zurückziehen mochte sich Kenzo Takada dann doch nicht. 2004 gründete er die Firma ‚Gokan Kobo’ (zu deutsch: ‚Atelier der fünf Sinne’), dass er 2006 in ‚Takada by Kenzo Takada’ umbenannte. Er entwarf unter anderem Wohnaccessoires, Bettwäsche und Möbel. Nach einigem Hin und Her und wenig überzeugenden Verkaufserfolgen wurde das Unternehmen eingestellt.
Heute widmet sich Kenzo Takada der Malerei und designt nur noch gelegentlich für verschiedene französische und chinesische Firmen. Er entwirft unter anderem Porzellan und Teppiche.

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