Surf Shorts und Co: Bademode für jeden Geschmack und Körperbau

am 22. Juni 2011

Noch hat uns die Schafskälte fest im klammen Griff. Doch bald können wir hoffentlich wieder die Badehose einpacken und uns auf den Weg zum nächsten Strandbad machen. In Sachen Herren Bademode steht Männern mittlerweile mehr zu Wahl als die Entweder-Oder-Entscheidung zwischen knielanger Bermudas im verblichenen Hawaiidekor oder dem allzu knappen Tanga-Höschen.

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Badeshorts von Polo by Ralph Lauren

Was in der Bademode für Damen erfreut – eine Vielfalt an Schnitten, Farben und Dekors für jeden Geschmack und Figurtyp – war für die Herren in der Vergangenheit oft eine Entscheidung zwischen verschiedenen Übeln. Da gab es einerseits die knielangen Bademonster, auch Bermudas genannt. Höchstens zum Planschen in flachem Gewässer eigneten sie sich und blähten sich um die Beine herum schon mal auf wie gewaltige Luftkissen.
In öffentlichen Schwimmbädern waren sie nie gerne gesehen. Mittlerweile sind sie in Badeanstalten häufig prinzipiell verboten. Einerseits aus hygienischen Gründen, andererseits, weil man mit den baumwollenen Stoffmonstern gerne mal einen knappen Liter Wasser aus dem Becken trägt. Wir begrüßen das Verbot dieser Ungetüme auch aus modischer Sicht. Jeder Mann über 20 sollte sich die Bade-Bermudas selbst verbieten – schon alleine wegen des unschönen Bräunungsverhaltens mit kalkweißen Oberschenkeln zwischen dunklen Waden und gebräuntem Torso.

Nun wollen wir aber auch nicht zum anderen Extrem aufrufen: Die so genannte Speedo – das knappe Badehöschen – passt möglicherweise gerade mal zu einem Leistungsschwimmer. Um die Hose, die in Australien übrigens scherzhaft auch ‚budgie smuggler“ (Wellensittichschmuggler) genannt wird, mit Würde zu tragen, sollte man auch mindestens über den Körperbau eines Leistungsschwimmers verfügen.
Den Bademantel des Schweigens wollen wir hiermit über den Herrentanga hängen, vor allem über den silber-glänzenden Herrentanga. Wem nicht zwingend daran gelegen ist, wie die Karikatur eines alterndes Playboys zu wirken, der sollte dieses Kleidungsstück dringend meiden.

Zu angenehmeren Dingen: Unser Favorit der Saison ist die Surf Short. Ihr Material ist genau wie der Sitz tatsächlich fürs Baden konzipiert. Die Surf Short vereinigt Coolness und Tragbarkeit. Je nach Weite des Schnitts, Höhe der Taille und Länge des Beins lässt sich mit der Surf Short auch das ein oder andere Figurproblemchen kaschieren. Greifen Sie zu starken Farben in uni oder diskretem schwarz. Kleingemustertes wie Blümchen lassen Sie besser im Schrank.

Wer zu den großen modischen Experimenten neigt, den könnte der Monokini für Männer reizen. Darin wurden in dieser Saison die Models bei Emporio Armani auf den Laufsteg geschickt. Für unsere Begriffe ist das Kleidungsstück, das entfernte Verwandtschaft mit Ringertrikots zeigt, und in schwarzem Schlangenprint gehalten war, jedoch eindeutig zu exzentrisch für den heimischen Baggersee.

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