Prollig oder kernig? Der Träger macht das Unterhemd

am 29. Juni 2011

Das klassische weiße Unterhemd gehört eigentlich zu den neutralsten Basisstücken im Kleiderschrank eines Mannes. Je nach Träger, Kontext und Kombination kann es jedoch unterschiedlichste modische und gesellschaftliche Botschaften transportieren.


Unterhemd von Levi’s

Eigentlich ist das Unterhemd nur ein Shirt, meist ohne, im Winter auch mit kurzen Ärmeln, das den Träger wärmen soll. Aber, vor allem bei hellen Oberhemden, soll es vor zu transparenten Einblicken schützen. Dabei soll das Unterhemd selbst unsichtbar bleiben und weder am Ausschnitt noch an den Ärmeln hervorblitzen.

Das Unterhemd kommt unter vielen verschiedenen Bezeichnungen daher. Es wird in seiner ärmellosen Variante auch A-Shirt, Achselshirt oder Muskelshirt genannt. Das Muskelshirt unterscheidet sich vom klassischen Herrenunterhemd in Feinripp durch seinen körperbetonten, engen Schnitt. Auch wird hier gerne mit merzirisierter Baumwolle und stärker elastischen Stoffen gearbeitet, damit sich der Lohn des schweißtreibenden Trainings unter dem Stoff entsprechend abzeichnet. Die Träger des Muskelshirts sind häufig schmaler geschnitten, um eine kräftige Schulterpartie zu betonen.
In Amerika nennt man das Unterhemd auch Tanktop, Singlet oder, wenig geschlechterversöhnlich, ‚Wife beater’.

Das Unterhemd aus der Unsichtbarkeit und auf die große Leinwand geholt hat als erster der junge, wütende Marlon Brando. Er gab den rebellische, unangepassten Helden, wie auch ein weiterer legendärer Unterhemden-Filmheld: Bruce Willis in ‚Die Hard’. Dessen Unterhemd aus dem Action-Streifen, das Filmgeschichte geschrieben hat, wurde übrigens dem amerikanischen Nationalmuseum Smithsonian in Washington D.C. gespendet. Als rebellisch geht sicher auch ‚Ekel Alfred’ aus der legendären Serie ‚Ein Herz und eine Seele’ durch. In Sachen Sex-Appeal kann der Meckerfritze mit Plauze und Bierflasche mit seinen filmischen Unterhemden-Brüdern allerdings nicht mithalten.

Wir finden allgemein gesprochen jedoch weiterhin: Modisch gesehen gehört der Feinripp sowohl wie der Doppelripp für den Gentleman ausschließlich unter das Oberhemd.

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