Fred Perry – Ganz großes Mode- und Karriere-Tennis!

am 14. Juli 2011

102 Jahre alt wäre Fred Perry in diesem Jahr geworden. Seine Biographie überrascht mit zahlreichen Wendungen und beweist, dass sich Hartnäckigkeit auszahlt. Aus dem Sohn eines Baumwollspinners wurde nicht nur ein Wimbledonsieger, sondern auch einer der bedeutendsten Modemacher seiner Zeit.

Perry, Fred Perry, Hemd
Hend von Fred Perry

Hätte man die Lebensgeschichte von Fred Perry für einen Film erfunden, die Zuschauer würden einem die überraschenden Wendungen nicht abnehmen. Am 18.5.1909 kam Fred Perry als Sohn in Stockport, England, als Sohn eines Baumwollspinners zur Welt. Früh entdeckte er seine Liebe zum Sport. Fred spielte Fußball und erwies sich als großes Talent im Tischtennis. In letzterer Disziplin brachte er es gar bis zum Weltmeistertitel.

Aber Tischtennis war dem ehrgeizigen jungen Mann nicht groß genug. Er beschloss, professioneller Tennisspieler zu werden. Dabei kam ihm seine Kraft und Ausdauer zu Gute, die er sich beim Fußballtraining mit dem FC Arsenal erarbeitet hatte. Seine Ambition und sein Biss machten sich bezahlt, als er 1934 das alterwürdige Turnier in Wimbledon gewann. Auch in den folgenden zwei Jahren stand er in Wimbledon ganz oben auf dem Treppchen und gewann in den Jahren 1933 bis 1936 gleich acht der Grandslam Turniere.

Doch die echte Anerkennung in der Heimat blieb Fred Perry lange verwehrt. Im klassenbewussten Großbritannien rümpfte man die Nase über den „Emporkömmling“. Man ließ ihn selbst bei der Preisverleihung spüren, dass er auf den Centrecourt nicht gerne gesehen war. Die Clubkrawatte beispielsweise, die jeder Wimbledon-Sieger feierlich überreicht bekam, hängte man ihm demonstrativ und kommentarlos in seine Umkleidekabine. Perry sagte einmal: „Ich war das dreckige Arbeiterkind, das die weiße Tenniswelt beschmutzte.“

Doch Perry ließ sich nicht entmutigen. Er ging in die USA, heiratete die Schauspielerin Helen Vinson und genoss ein glamouröses Leben in Hollywood. Wie sein französischer Sportskollege René Lacoste gründete Perry eine Modefirma. Der Erfolg war Perry weiterhin hold. In den 60er Jahren gehörte er zu den erfolgreichsten Produzenten von Sportmode.

Einfluss darauf, wer sich für seine Mode begeisterte, hatte Perry allerdings nicht. Sein Logo, der Siegerkranz, der an seine Erfolge in Wimbledon erinnerte, und die schwarz-weiß-roten Streifen am Kragen einiger seiner Shirts zogen die Aufmerksamkeit von Neo-Nazis auf sich. Eine Weile erfreute seine Mode in jener Szene großer Beliebtheit. Besonders bitter ist hierbei, dass Fred Perry nach jüdischem Glauben erzogen worden war.
Die Firma war bemüht, dass dieser Trend ihrem Image keinen Schaden zufügen konnte. Man distanzierte sich ausdrücklich von dieser Käuferschicht und unterstütze anti-rassistische Aktionen. Mit Imageträgern wie Steve Morrissey und US-Rapper Jay-Z bezieht die Firma klar Stellung. Mittlerweile tragen auch viele in der Ska- und Punk-Szene die Shirts, Pullunder und Jacken von Fred Perry.

Im Jahr 1995 verstarb Fred Perry. Nach dem Besuch eines Turniers der Australian Opens war er gestürzt und brach sich mehrere Rippen. Von den Folgen der Verletzung konnte er sich nicht mehr erholen.

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