Cordhose – Warum sie uns nicht mehr gegen den Strich geht

am 9. September 2011

Immer wieder schafft es die Mode, Ladenhüter neu zu erfinden und in einen neuen Kontext zu setzten, so dass modische Peinlichkeiten wieder zur Augenweide mutieren. Die Cordhose gehört, wie die Karottenhose, die wir letzte Woche ins Rampenlicht gestellt haben, zu diesen totgesagten Klassikern unter den Herrenhosen.


Cordhose von Bogner

Woran denken Sie spontan, wenn Sie das Wort Cord hören? Das ausgeleierte Sakko, mitsamt Lederflecken am Ellbogen, ihres vollbärtigen Geschichtslehrers in der achten Klasse? Den Bibliothekar mit der gnadenlos ausgeleierten Schlabber-Cordhose und dem üppigen Bauchansatz? Diesen Herbst können Sie diese Vorurteile getrost über Bord schmeißen.

Im Zuge des Colorblocking, einem der großen Themen für den kommenden Winter, kommt auch die Cordhose in neuer Farbenpracht daher. Schmaler geschnitten und oft mit geringem Elastananteil überzeugen die neuen Cordhosen mit Fröhlichkeit und Passform. Vor allem in den Grundfarben gelb und rot sah man die Cordhose auf den internationalen Laufstegen.

Aber auch in ihrer rustikaleren Form kehrt die Cordhose für den Casual Look wieder. Kombiniert mit groben Stiefeln und grobem Strickwerk umweht die Cordhose ein Hauch von Bergsteigerromantik.

Apropos Bergsteigerromantik, wussten Sie dass eine Cordart nach dem wetter-gegerbten Alpenbezwinger Louis Trenker benannt wurde? Der Trenkercord zeichnet sich durch 10 bis 25 Rippen pro zehn Zentimeter aus, gehört also zur Familie des Breitcords. Nur der Kabelcord ist mit etwa zehn Rippen oder weniger auf zehn Zentimeter noch gröber.

In der Herrenmode wird vor allem der Genuacord, auch Manchester genannt, mit 25 bis 40 Rippen verarbeitet. Die englische Industriestadt Manchester gilt übrigens auch als Wiege des Cords. Der Stoff wurde für Arbeitskleidung entwickelt, so wie er auch heute noch Einsatz bei groben Handwerkerhosen findet. Cord vereint angenehmen Tragekomfort mit Robustheit. Weitestgehend dem weiblichen Geschlecht vorbehalten, oder für den festlichen Cordanzug vorgesehen, ist der Babycord mit über 40 Rippen pro zehn Zentimeter.

Wenn man auf ein paar Eigenheiten des Stoffes achtet, hat man lange Freude an dem gemütlichen Stöffchen. Cord sollte immer im Feinwaschprogramm gewaschen werden und nur von links gebügelt werden. Sonst glänzt er schnell wie eine Speckschwarte.

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