Die Krawattennadel – Ein stichfestes Argument für subtile Eleganz

am 23. September 2011

Herrenmode vom alten Schrot und Korn glänzt nicht mit provokanten Fashion-Statements oder lauten Showeffekten. Hier zählt das Detail bis zum kleinsten Accessoire. Ziel ist es nicht, für Furore zu sorgen, sondern das Gegenüber subtil in seinen Bann zu ziehen. Details wie eine geschickt platzierte Krawattennadel können hier kleine Wunder bewirken.


Krawatte von Lagerfeld, uni

Man könnte meinen, ein winziges Schmuckstück wie eine Krawattennadel, häufig nur mit einer schlichten kleinen Perle verziert, könnte bei einem gepflegten Gesamteindruck optisch untergehen. Das Gegenteil ist der Fall: Solche dosiert gesetzten Hingucker machen ein Styling erst perfekt. Selbst wenn Ihr Gegenüber die Krawattennadel nicht bewusst wahrnimmt, sie werden Eleganz und Stil bis in die Haarspitzen vermitteln.

Klar unterscheiden sollte man zwischen Krawattennadel und Krawattenklammer. Die Krawattenklammer hat vor allem einen praktischen Zweck: Sie befestigt die Krawatte etwa auf halber Höhe an der Knopfleiste und verhindert so ein mögliches Malheur wie eine Krawatte im Suppenteller. In Berufen, die ein elegantes Erscheinungsbild mit Bewegung verbinden – wie etwa in der gehobenen Gastronomie – ist die Krawattenklammer ein hilfreiches und empfehlenswertes Accessoire.

Auch eine Krawattennadel kann in dieser Weise zweckentfremdet werden. Klassisch trägt man die Krawattennadel, die mit einer Perle, einem kleinen Wappen oder einem Kopf aus Edelmetall verziert ist, aber direkt im Krawattenknoten. Hier soll sie vor allem Zierschmuck sein, aber auch verhindern, dass der Knoten sich ungewollte löst.
Eine weitere Tragevariante ist es, die Nadel etwa zwei fingerbreit unter dem Knoten in die Krawatte zu stecken. Dies ziert vor allem eine einfarbige Krawatte. Besonders edel wirkt beispielsweise eine Nadel mit Perlkopf auf einer mittelblauen Krawatte mit leichtem Schimmer.

Ihren Ursprung hat die Krawattennadel, ebenso wie die Krawattenklammer, im 19 Jahrhundert. Sie entwickelte sich aus dem Schmuck, mit dem man den Plastron, eine weiße Schalkrawatte, zierte. Bei glatten Stoffen wie Satin oder Seide verhinderte die Nadel auch das Lösen des Knotens.

Bei feinen Seidenkrawatten muss von einer Krawattennadel abgeraten werden, da die Nadel in dem äußerst feinen Gewebe unschöne Löcher verursachen kann. Eine Alternative ist es in diesem Fall, die Krawattennadel wie eine kleine Brosche am Revers zu tragen.

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