Der Parka: Nicht nur praktisch für die nächste Demo

am 7. Oktober 2011

In den 70er Jahren war der grüne Militärparka mit dem Palästinensertuch die ‚Uniform’ der Demonstranten. Heute gibt es noch immer eine Unzahl guter Gründe auf die Straße zu gehen. Warum nicht mal wieder im Parka? Die Allwetter-Jacke gehört zu den Kleidungstücken mit Retro-Charme.


Parka von Gant

Der Parka stammt aus dem hohen Norden. Seine Erfinder in Alaska und Sibirien wollten sich gegen die Unbilden der Natur schützen. „Parka“ stammt von dem Inuit-Wort ‚parqaaq’ für Hitze ab. Mollig warm wird es einem also, wenn man in einen Parka schlüpft, vor allem wegen dem Innenfutter und der Kapuze. Diese war im Original mit Fell gefüttert. Der Parka reicht über die Hüfte hinaus bis fast zu den Knien und hält so auch Bauch und Nierenbereich richtig warm.

Der Naturforscher Adelbert von Chamisso brachte den Parka von seinen Froschungsreisen nach Alaska mit. Das war im Jahr 1836. Bis der Parka wirklich zum alltagstauglichen Kleidungsstück wurde, verstrichen jedoch noch einmal hundert Jahre. Wie so viele Klassiker der heutigen Mode, z.B. das Trenchcoat, war der Parka zunächst Bestandteil der Militärausrüstung.

Gerade die Gegner des Militärs, Abrüstungsbefürworter und Atomkraftgegner machten sich dann in den 70er Jahren den Parka zu Eigen. Vor ihnen gehörte der Parka zum Outfit der Mods, die als Gegenspieler der Rocker in den 60er Jahren auf ihren Rollern die Straßen unsicher machten. Diese Parkaträger hörten The Who. Ihnen wurde in dem Film „Quadrophenia“ ein Denkmal gesetzt.

Wir wollen nicht behaupten, dass der Parka ein topmodisches Kleidungsstück ist. Auch lässt seine Passform zu wünschen übrig, der eher sackartige Schnitt ist nicht gerade ein Figurschmeichler. Doch der Parka ist ein Stück Mode- und Kulturgeschichte. Deswegen finden wir, Sie sollten ihn würdigen und gelegentlich spazieren tragen.

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