Karl Lagerfeld – Der Modezar, der alles überstrahlt

am 7. Oktober 2011

Karl Lagerfeld gehört zu den wenigen überlebensgroßen lebenden Legenden in der Modebranche. Er ist die Inkarnation des exzentrischen Modedesigners und sorgt mit seiner Art kein Blatt vor den Mund zu nehmen gerne mal für Tumult im Blätterwald.


Karl Lagerfeld © Georges Biard

Zum Geburtsjahr von Karl Lagerfeld gibt es verschiedene Ansichten. Die von Lagerfeld selbst deckt sich nicht mit den Erinnerungen von Schulkameraden oder Dokumenten aus seiner Jugend. Wir wollen Karl dem Großen nicht zu nahe treten und sagen daher, er wurde an einem 10. September, irgendwann zwischen 1933 und 1938 in Hamburg geboren. Seine Eltern waren die Inhaber der Kondensmilch-Fabrik ‚Glücksklee’. Materiell stand es also gut um den kleinen Karl, der als Karl Otto Lagerfeldt das Licht der Welt erblickte.

In seiner unnachahmlich unterkühlten Art bezeichnet Karl Lagerfeld die Beziehung zu seinen Eltern von Anfang an als ausgesprochen distanziert, aber durchaus respektvoll. Schon als kleiner Junge war Lagerfeld der Einzelgänger, als der er noch heute verschrien ist.

Die Mode faszinierte ihn früh. Es zog ihn als junger Mann nach Paris, wo der Gewinn eines Wettbewerbs, mit dem Entwurf eines Wollmantels, ihm die Tür zur Haute Couture öffnete und ihn mit den entscheidenden Menschen zusammenbrachte.

Die einzelnen Karriereschritte Lagerfelds aufzuführen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wichtige Karriereschritte waren unter anderem Chloé und Fendi. Aber auf Modedesign alleine möchte sich der übersprudelnd kreative Kopf nicht reduzieren lassen. Als Kostümbildner betreute er Opernproduktionen, unter anderem bei den Salzburger Festspielen.

Fotografie ist eine weitere Passion des Mannes, dessen Markenzeichen seit Jahrzenten sein Pferdeschwanz und die dunkle Brille ist. Erst im März dieses Jahres lichtete er die Schauspielerin Natalia Wörner für den Playboy ab. Auch seine Musen wie Claudia Schiffer, die ihm ihre weltweite Karriere zu verdanken hat, lassen sich immer wieder von ihm ablichten. Zu den Männern, die Karl Lagerfeld in den letzten Jahren inspirierten, gehörten Brad Kroenig, dem er die Ausstellung „One Man Show“ widmete, und Baptiste Giabiconi, seine aktuelle Muse, mit dem er aktuell für den VW-Konzern vor deutsche Werbekameras tritt.

Überhaupt kann man Karl Lagerfeld keinen übertriebenen Dünkel vorwerfen. Immer wieder entwirft er Kollektionen für die Massen, sei es für Quelle oder für H&M.
Wenn man auch nicht mit jedem Kommentar von Herrn Lagerfeld einverstanden sein muss – sei es über den Magerwahn in der Mode, den er gerne banalisiert, oder über die Qualitäten einer Heidi Klum – er ist und bleibt eine der faszinierendsten Gestalten der Modewelt!

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