Kapuzenjacken – Gangsterlook oder kuschelige Bequemlichkeit?

am 19. Oktober 2011

Unter Hip-Hop-Fans und Möchtegern-‚Gangstas’ sind Zip-Hoodies, wie man die Sweatshirtjacken mit Kapuze auch nennt, Erkennungszeichen und Kleidungsstück, bei dem es vor allem auf das richtige Label ankommt. Aber Hoodies stehen auch für bequeme und wärmende Freizeitmode für Jeder-Mann.

Die frühesten Wurzeln von Kapuzenshirts – deren Weiterentwicklung Kapuzenjacken aus Sweatshirtstoff ja sind – gehen bis ins Mittelalter zurück! Der so genannte ‚Gugel’ war eine Kapuze zum Ãœberziehen, die auch die Schulter bedeckte. Im 14. Jahrhundert waren die Gugel in der Herrenmode schwer angesagt. Ihre Beliebtheit ließ im Laufe des Mittelalters nach. Den Gugel mit verlängertem Zipfel und Glöckchen am Ende kannte man schließlich vor allem als typisches Bekleidungsstück der Narren.

Oberteile mit Kapuze kennt man auch von der Tracht mancher Mönchsorden. Wer hätte gedacht, dass diese Tracht einmal zum Markenzeichen von Straßenkids würde? In den 70er Jahren entdeckte die gerade entstehende HipHop-Bewegung das Kapuzenshirt.

Graffiti-Sprayer schätzen die Möglichkeit, durch die Kapuze ihr Gesicht weitestgehend zu verbergen. Eine Eigenschaft, die auch Kleinkriminelle nutzen, um beispielsweise die Identifikation auf Überwachungskamera zu erschweren. So mancher Gangsta Rapper würde ohne tief ins Gesicht gezogene Kapuze nur noch halb so bedrohlich wirken.
Skateboarder wiederum schätzen das Hoodie wegen seiner wärmenden Eigenschaften, bei weitestgehender Bewegungsfreiheit.

Im Laufe der 90er wurde das Hoodie in den USA zu einer der beliebtesten und meist verbreiteten Jacken. Es gehört sozusagen zur College-Uniform und jedes College und jede Universität, die etwas auf sich hält, hält für seine Studenten ein schuleigenes Hoodie parat.

Für den modebewussten Mann, der seine rebellische Phase hinter sich gelassen hat, ist das Kapuzenshirt dennoch nicht tabu. Zum Sport oder als bequemes Oberteil für zu Hause ist das Hoodie in jedem Fall tragbar. Achtet man auf Qualität, ist das Kapuzenshirt auch im modischen Freizeitlook zu Hause. Es soll dann jedoch nicht gerade das ausgeleierte, graue Allerwelts-Modell sein. Nicht mehr topaktuell, aber immer noch modisch erlaubt ist das Hoodie unter einem legeren Sakko. Hier gefallen aktuell vor allem schwarze Hoodies, deren Jackenteil aus Strick besteht, während die angenähte Kapuze aus feinem Sweatshirtstrick besteht.

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