Sommer ade – so wird ein Stiefel draus

am 25. Oktober 2011

Die Temperaturen sinken, die Schuhe werden fester. Jetzt wo die sommerlichen Espadrilles durchgelaufen sind und wegen Pfützenwetter die Sandale in den Schuhschrank wandert, wenden wir uns dem soliden Stiefel zu.

Stiefel gehören zu den ältesten Kleidungsstücken der Welt. Es ist nahe liegend, dass sie vor allem in den kälteren Regionen wegen ihrer schützenden und wärmenden Eigenschaften geschätzt wurden. Die ältesten Exemplare kann man in Höhlenmalereien in den Altamari-Höhlen in Spanien entdecken. Sie gehen auf die Jahre 15.000-13.000 v. Chr. zurück.

Seither hat der Stiefel mannigfaltige Formen und Funktionen angenommen. Als Stiefel oder Boots bezeichnet man alle Schuhe, deren Schafthöhe mindestens 80% der Schuhlänge beträgt und damit den Knöchel fest umschließt. Diesen Halt schätzen beispielsweise Naturfreunde bei ihren soliden Wanderstiefeln. Schwere Boots im Bergsteiger-Look sind auch in diesem Herbst und Winter weiter in Mode.

Arbeiter schätzen Stiefel in Form von Arbeitsschuhen mit verstärkten Kappen. Flußfischer tragen ihre wasserdichten Stiefel, die man Watstiefel nennt, bis über die Knie. Überhaupt gehört der Gummistiefel in vielen Arbeitsbereichen zur Grundausrüstung.
Schon die Urbevölkerung Südamerikas stellte aus Stoffen, die sie mit Kautschuk behandelten, einfache Gummistiefel her. In Europa lernte man den Gummistiefel erst schätzen, als man den Tragekomfort durch die Entdeckung der Vulkanisierung von Kautschuk im Jahr 1840 verbessert hatte. In den Grabenkämpfen des ersten Weltkrieges wussten die Soldaten ihre wasserdichten Stiefel zu sehr schätzen.

Die Formenvielfalt der Stiefel ist groß. Genannt seien hier nur der Jodhpur Boot, ein kurzer Reitstiefel mit Schnallen am Knöchel und der Chelsea Boot, der durch seitlichen Gummibandeinsatz das An- und Ausziehen erleichtert.
Das An- und Ausziehen des Stiefels kann je nach Enge des Rohrs eine echte Herausforderung sein. Längere Stiefel verfügen daher oft über eine Schlaufe am Innenrand, um den Zug erhöhen zu können.
Beim Ausziehen ist der Stiefelknecht von nutzen. Dieses Utensil mit der U-förmigen Aussparung ist vor allem jenen zu empfehlen, die Stiefel nicht nur aus modischen Gründen tragen, sondern auch einmal mit schlammverschmutztem Schuhwerk nach Hause kommen. Wie bei allen Schuhen gilt auch beim Stiefel: Entscheidend dafür, dass Sie lange Freude daran haben ist die richtige Pflege.

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