Caps – modische Mütze oder Accessoire für Hinterwäldler?

am 10. November 2011

In unserer losen Folge von Kleidungsstücken für den Mann, mit denen man viel falsch machen kann (wie dem Parka oder der Cordhose), bewegen wir uns auch heute auf modisch dünnem Eis. Die Baseballmütze, kurz Cap genannt, will nicht nur mit viel Fingerspitzengefühl aufgesetzt werden, sondern verlangt dieses auch bei der Auswahl.

Im Jahr 1860 tauchte eine frühe Variante der heutigen Caps zum ersten Mal auf. Getragen wurden Sie von dem Baseball Team Excelsior of Brooklyn. Mit der Schildmütze versuchten sich die Sportler gegen blendendes Licht zu schützen. Im Vergleich zu heute waren die Schilder dieser Caps relativ kurz.

Die klassische Cap ohne Verstellriemen besteht aus sechs sich verjüngenden Schnittteilen aus fester Baumwolle. Diese treffen sich mit der Spitze am Oberkopf, wo die Nahtstelle mit einem Knopf verdeckt und verziert wird, der mit dem Oberstoffe der Cap bezogen ist. Das Innenleben des Schildes besteht meist aus einer Latexgummi-Einlage.

Verziert werden die Caps mit Emblemen von Sportmannschaften, Universitäten, Monogrammen oder Firmenlogos. Als Werbeträger werden vor allem die so genannten Truckercaps aus Kunststoff und Plastik verwandt. Diese haben für den schlechten modischen Ruf der Caps gesorgt. In den USA nennt man sie auch spöttisch „Feed caps“, da die mit Firmenlogo verzierten Billigprodukte von Futtermittelhersteller an ‚Hinterwäldler’ verteilt werden.

Von den Truckercaps möchten wir aus modischer Sicht dringend abreden. Oft ist die Qualität erbärmlich und das Netzteil am Hinterkopf entbehrt nicht einer gewissen Peinlichkeit. In den USA war es auch in Promikreisen lange chic, sich mit den peinlichsten Truckercaps zu übertreffen. Vor allem Justin Timberlake und Ashton Kutcher taten sich bei diesem Trend hervor. Das war natürlich alles nur ironisch gemeint – ein Hut als Fashion-Joke, der sich jedoch schneller erschöpft hat, als die Protagonisten vermuteten.

Mit hochwertigen Caps, vor allem im Army Square Look oder in der trendigen Strickvariante, kann Mann jedoch modisch spielen. Der Square Look passt zum militärisch angehauchten Look mit Cargohose in Khaki. Zum gleichen Look passt aber auch ein wollweiß gestricktes Cap, vermittelt so aber eher einen Hauch von entspanntem Skaterboy statt kernigem Militärmacker.

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