Converse – Ein Stern erobert die Welt

am 30. November 2011

Zu echtem Kultstatus haben es die ‚Chucks’ von Converse gebracht. Dass sein simpler Basketballschuh einmal ein Bestandteil der Popkultur werden würde, damit hatte Marquis M. Converse vermutlich nicht gerechnet, als er 1908 sein Unternehmen gründete.

‚Chucks’ sind cool. Die knöchelhohen Segeltuchschuhe sind seit den 50er Jahren fast ohne Unterbrechung Kult der Jugendkultur. Vor allem James Dean sorgte dafür, dass die Treter aus einer Fabrik in Malden, Massachusetts, ein Objekt der Begierde wurden. Dean war mit seinem simplen Look, bestehend aus einem weißen T-Shirt, Jeans und den Chucks von Converse, der Prototyp des rebellischen Teenagers.

Dabei wollte Marquis M. Converse doch einfach nur einen bequemen und leichten Basketballschuh entwickeln, nachdem er sein Unternehmen, die ‚Converse Rubber Shoe Company’, zunächst auf der Herstellung von winterfesten Gummischuhen spezialisierte. Dann machte er es sich zum Ziel, den perfekten Basketballschuh zu entwickeln. Leinen-Halbschuhe mit Gummisohle waren damals, um das Jahr 1917, nichts Neues mehr. Sein knöchelhohes Modell in schwarz, der All Star, war jedoch eine kleine Revolution. So wurde Converse zum offiziellen Ausstatter der US-Nationalmannschaft und brachte mit seinen Gummisohlen das für Basketball typische Quietschen der Sohlen auf dem Sportfeld ins Spiel.
Chuck Taylor, Basketballlegende, wurde 1927 zum Namensgeber der Chucks. Taylor verewigte sich auf dem weißen, runden Logo mit dem Stern mit seiner Unterschrift.

Firmengründer Marquis M. Converse beschloss sich 1929 aus dem Unternehmen zurückzuziehen und verkauft die Converse Rubber Shoe Company an den Gummihersteller Mitchell B. Kaufmann. Dieser kam zwei Jahre später bei einem Jagdunfall ums Leben und die Firma wurde von seinen drei Brüdern übernommen.

Converse schrieb jahrzehntelang Erfolgsgeschichte. Der Kultstatus wurde durch Bands und bekennende Chucks-Träger wie die Ramones, The Clash und Nirvana zementiert und Mick Jagger trat in weißen Chucks gar vor den Traualtar.

Die Konkurrenz machte jedoch auch dem Traditionsunternehmen das Leben schwer. Turnschuhe aus Leinen wurden zum Massenprodukt und der Markt wurde von Schuhen überschwemmt, die sich zum Teil kaum vom Original unterscheiden ließen. So musste das Unternehmen im Jahr 2001 Konkurs anmelden. Ein neues Führungsteam konnte Converse jedoch aus der Talsohle führen und es wurde 2003 vom Schuhriesen Nike für 305 Millionen Dollar aufgekauft.

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