Bitte Anschnallen: Die Rückkehr der Swatch!

am 7. Dezember 2011

Wer in den 80ern und frühen 90ern modisch up to date sein wollte, kam um die Swatch nicht herum. Das bunte Accessoire war nicht nur Zeitmesser, sondern auch Sammlerobjekt. Zweimal im Jahr kam aus dem schweizerischen Biel eine neue Kollektion auf den Markt.

Lange war es still um die schrillen Plastikuhren – nun kehren sie moderater doch unverkennbar im Stil wieder zurück. Man hatte sich sorgen müssen um den tragbaren Chronometer an sich. In Zeiten von Handy und iPad waren vielen die Uhren fürs Handgelenk nicht mehr multifunktional genug und schienen obsolet zu werden. Scheinbar sind es aber mittlerweile doch viele Leid, ihre Taschen zu durchkramen, nur weil sie wissen wollen wie spät es ist, und kehren zur Armbanduhr zurück. Bei den Marken, die von diesem Revival am meisten profitieren, ist Swatch ganz vorne mit dabei.

Am 1. März 1983 kam die erste Swatchuhr auf den Markt. Zu dieser Zeit schwächelte die Schweizer Wirtschaft in Sachen Uhrmacherei, einer der traditionsreichsten Industrien des Landes, ganz gewaltig. Die Konkurrenz war groß und Massenware zu Dumpingpreisen aus Asien schien den Markt bei unseren Nachbarn im Süden an den Boden zu zwingen.

Sensationelle Erfolge konnte das Team um Mitbegründer Micolas C. Hayek aber schon bald feiern. Die zwölf U(h)rmodelle wurden ihnen geradezu aus den Händen gerissen. Charakteristisch war, dass sie sämtlich erschwingliche 50 Franken kosteten, aus buntem Plastik waren und ein simples Uhrwerk hatten, das aus 51 Teilen, statt wie sonst aus über 90. Schon im Jahr 1992 ging die einhundertmillionste Swatch über den Ladentisch. 2006 waren es dann über 333 Millionen Uhren.

Immer wieder überraschte man mit Modellen, die aus dem Rahmen fielen. Einerseits blieb man der Gründungsphilosophie treu, die nicht für die eine Uhr fürs Leben stand, welche von Generation zu Generation weitervererbt wird, sondern für eine bunte, preisgünstige Vielfalt, so dass man die Uhr nach Lust und Laune wechseln konnte. Aber es gab auch immer wieder qualitative Ausreißer noch oben. Modelle mit Platin und Diamanten wurden in limitierter Auflage produziert. Auch die damals flachste Uhr der Welt, die Skin Chrono stammte aus dem Hause Swatch.

Swatch pflegte sein cooles Image auch mit der Förderung von Trendsportarten wie Beachvolleyball, Snowboarding und Freeskiing. An diese goldenen Zeiten hat man zwar noch nicht wieder ganz angeknüpft, aber immer öfter sieht man Menschen wieder schnell und lässig auf die Swatch am Handgelenk schauen, statt entnervt seine Tasche nach dem elektronischen Superspielzeug zu durchwühlen.

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