Birkenstock – Sandalen zwischen Kult und Klischee

am 16. Dezember 2011

Als Johann Adam Birkenstock sich im Jahr 1774 anschickte, sich als „Untertan und Schuhmacher“ ganz der Schuhmacherei zu widmen, hätte er wohl nicht zu träumen gewagt, welchen weltweiten Erfolg seine Nachfahren auf dem Grundstein seines Unternehmens einmal aufbauen würden. Man mag zur Ästhetik des Birkenstock-Sandalen stehen wie man mag: Die Latschen sind Kult!

Die Entwicklung des Weltunternehmens Birkenstock war kein Schnellstart. Erst im Jahr 1925 versuchte ein Nachfahre von Johann Adam Birkenstock, Konrad Birkenstock, sich an der Großproduktion von Schuhen. Ein entscheidender Faktor für seinen Erfolg und eine echte Revolution im Schuhgeschäft war das von ihm erfundene ‚blaue Fußbett’, dass sich der natürlichen Fußform anpasst. Bereits früh exportierte Konrad Birkenstock diese Schuhe auch ins europäische Ausland.

Carl Birkenstock, Konrads Enkel, war es dann, der die heute für Birkenstock so typische Korksohle entwickelte. Jedoch produzierte er in seinem Unternehmen, das er 1945 in Bad Honnef als Familienbetrieb weiterführte, nur geschlossene Schuhe. Erst im Jahr 1964 ging die erste Birkenstock-Sandale ‚vom Band’. Zunächst zeigte sich der Handel wenig beeindruckt von dem Schuhwerk.

Den Durchbruch schaffte der weltweit als typisch deutsch bekannte Gesundheitsschuh dadurch, dass Carl Birkenstock seinen Vertrieb um den Postversand erweiterte. Die Beliebtheit des Schuhs stieg ständig. Vor allem Menschen in Pflegeberufen wussten den fußschonenden Bequemschuh zu schätzen. Für Ärzte und Krankenschwestern gehörte die Birkenstocksandale ab den 70er Jahren im Grunde zur Berufsbekleidung und wurde zum Standard.

Noch heute umweht die Birkenstock-Sandale auch dieser Hauch von ‚öko‘. Zum Klischeebild des Umweltschützers der 80er gehört die Birkenstocksandale unabdingbar dazu. In Sachen Umweltschutz und Energieersparnis zeigt sich das Unternehmen Birkenstock jedoch tatsächlich vorbildhaft! Im Laufe der Jahre wurde der Energieverbrauch in der Produktion durch Innovationen und Optimierung um beeindruckende 90% gesenkt und Birkenstock verwendet fast ausschließlich lösungsmittelfreie Kleber.

Damit es endlich auch mit dem stylischen Image klappt, holte man unter anderem Promis wie Heidi Klum ins Werbeboot. Die Tatsache, dass auch Madonna und Tom Cruise gelegentlich in Schuhen aus dem Hause Birkenstock gesichtet wurden, trug bestimmt ebenfalls zur endgültigen ‚Salonfähigkeit’ das Bequemschuhs bei!

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