Bevor Bücher aussterben: Setzen Sie ein Zeichen!

am 21. Dezember 2011

Unser heutiges Objekt der Woche ist streng genommen kein Bestandteil der Herrenmode. Mit etwas gutem Willen geht es jedoch als Accessoire durch. Und wie bei allen Accessoires können sie mit einem geschmackvollen Lesezeichen ein diskretes Statement in Sachen gutem Geschmack ablegen.


Vielleicht ist es die Weihnachtszeit, die uns ein wenig nostalgisch und sentimental macht – wir sehnen uns jedenfalls gerade sehr nach Ruhe und Muse für ein gutes Buch in gemütlicher Atmosphäre. Ein geradezu revolutionär reaktionäres Ansinnen in unserem übermedialisierten Zeitalter.

Wer heutzutage auffallen will – und zwar angenehm – der ist mit Understatement oft besser beraten als mit Protzerei. Stellen wir uns das typische Szenario in einem Zug erster Klasse zwischen München und Hamburg vor: Kaum ein männliches Wesen, dass nicht auf seinen Laptop starrt, sein I-Pad streichelt oder den Kollegen per Handy fürs nächste Meeting brieft. Wer im Hochgeschwindigkeitszug so richtig gegen den Trend entschleunigen will, der greift in dieser Situation auch mal zum Buch – zu einem guten, selbstverständlich.

Aber was tun, wenn man ein Lesepäuschen einlegen will, und die Buchdeckel zuklappen möchte, für ein Nickerchen, oder um die Landschaft zu genießen? Ein willentlich zugeführtes Eselohr hilft vielleicht, die Seite wieder zu finden, auf der man die Lektüre unterbrochen hat. Ein geschmackvolles Lesezeichen hat jedoch viel mehr Stil. Das kann zur Not auch eine schlichte Kunstpostkarte sein.

Bei den Lesezeichen unterscheidet man zunächst grob in flache Blättchen oder Bändchen, die man zwischen die Seiten legt, oder die so genannten ‚Seitenreiter’, die man in Form einer Klammer auf die Seite steckt. Seitenreiter kannte man übrigens bereits im Mittelalter, eine Epoche, in der Mönche übrigens die ersten Lesezeichen benutzten. Blattförmige Lesezeichen bekommen einen kitschigen Retrotouch, wenn sie mit einer Quaste oder ähnlichem versehen sind.

Bei Material und Dekor gibt es in Sachen Lesezeichen fast keine Grenzen. Seitenreiter kennt man unter anderem aus Holz, Metall, Elfenbein, Horn oder Perlmutt. Oft ist der Seitenreiter in einer mehr oder weniger angedeuteten Schneckenform gewunden. Je aufwändiger ein solches Lesezeichen gestaltet und verziert wurde, umso individueller wirkt das Lesezeichen natürlich.

Wer so kurz vor Weihnachten noch ein besonderes Geschenk sucht, mag vielleicht folgendes Accessoire in Erwägung ziehen: Seit einigen Jahren erfreuen sich die so genannten Bügellesezeichen zunehmender Beliebtheit. Oft aus Metall und wie ein Spazierstock geformt, liegt der abgeflachte ‚Stock’ zwischen den Seiten, während der Kopf über den Buchrücken hängt. Dieser Kopf wirkt besonders edel, ist er mit Email verziert oder durch die Gravur eines Monograms zu ihrem persönlichen Unikat gemacht.

Wir wünschen schönes Lesen und frohe Weihnachten!

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