Schöne Modewelt: Licht und Schatten

am 22. Dezember 2011

Das Modeunternehmen Zara hätte eigentlich allen Grund zum Feiern. In diesem Jahr alleine haben weltweit 358 neue Filialen ihre Türen geöffnet. Es wurden 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, die Beliebtheit des Unternehmens steigt beständig. Nun hat das Image des spanischen Konzerns einen schweren Schlag erhalten.

Ein Zulieferer aus Brasilien schuf unzumutbare und gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter. Der brasilianische Staatsanwalt spricht von „sklavenähnlichen Bedingungen“. 52 bolivianische Arbeiter schufteten 14 Stunden täglich für einen Hungerlohn. Die Menschen waren zudem in Unterkünften oberhalb der Fabrik mit erschütternden hygienischen Zuständen untergebracht.

Seit Mai hatten die Behörden ermittelt und konnten nun den Fall aufdecken. Gefordert hat die Staatsanwaltschaft eine Strafe von 8,2 Millionen Euro. Nun einigte man sich außergerichtlich auf eine Summe von 1,4 Millionen Euro. Das Modeunternehmen Zara wurde außerdem aufgefordert, seine Zulieferer künftig strenger zu überprüfen.

In der Bekleidungsindustrie waren solche Produktionsbedingungen in der Vergangenheit leider kein Einzelfall. Daher unser Rat: Informieren sie sich und fragen sie nach, unter welchen Bedingungen ihre Kleidung entsteht! Der Großteil der Designer legen höchsten Wert darauf, dass ihre Produkte unter ethisch einwandfreien Umständen produziert werden.
Mode soll die Lebensqualität steigern und Freude schenken, und das nicht auf dem Rücken anderer. Für Mode, die unter fairen Bedingungen produziert wurde, sollte wir alle bereit sein, auch einmal tiefer in die Tasche greifen.

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