Schon gewusst, dass Schmuck lange Männersache war?

am 23. Dezember 2011

Im Tierreich ist die Rollenverteilung meist klar: Das Männchen macht mit Putz und Schmuck auf bling-bling und protzt, während das unscheinbare Weibchen sich um die Nachzucht kümmert. Bei den Menschen sind es heutzutage – zumindest beim durchschnittlichen Mitteleuropäer – die Damen, die sich herausputzen und mit Schönheit bestechen. Das war aber nicht immer so…

Sich zu schmücken scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein. Es ist eine Tradition, die zutiefst verwurzelt ist, und sich so gut wie in jeder Kultur jedes Zeitalters findet. Die Gründe, sich zu schmücken sind verschieden. Manch einer versucht sich durch Schmuck mit der mystischen Welt zu verbinden. Jäger und Krieger glaubten, durch Amulette den Schutz der Götter auf sich ziehen zu können.

Neueste Forschungen ergaben, dass die Menschen sich bereits vor 100.000 Jahren mit Muscheln schmückten. Es waren zu Beginn der Menschheit wohl Männer wie Frauen, die Naturmaterialien nutzten, um ihre Attraktivität zu steigern oder ihre Stammeszugehörigkeit zu demonstrieren. Verwendet wurden neben Muscheln auch Tierzähne, Knochen, Perlen und Bernstein.
Edelsteine und Edelmetalle, die wir heute vor allem mit Schmuck in Verbindung bringen, verarbeitete der Mensch erst viel später. Und hier waren Männer die Vorreiter in Sachen Schmuck!

Herrscher und Hohepriester stellten ihren Status mit prunkvollem Geschmeide zur Schau. Der erste Hohepriester Aaron, Bruder von Moses, trug ein Brustschild aus Silber mit zwölf Edelsteinen, die die zwölf Stämme Israels repräsentierten.
Erst Anfang des 15. Jahrhundert findet man Belege für eine Frau, die sich mit Edelsteinen, genauer gesagt mit Diamanten, schmückte. Es handelte sich um Agnès Sorel, die erste Mätresse von König Karl VII.

Der natürliche Schmuck des Mannes, sein Bart, war über die Epochen übrigens auch verschiedenen Modeströmungen unterworfen. Der französische Herrscher François I soll Bärte so zutiefst verabscheut haben, dass er das Tragen von Gesichtshaar gar unter Todesstrafe stellte! Nicht ganz so radikal handhabte dies in Russland Peter der Große: Er belegte Bärte mit einer Sondersteuer. So wollte er seine Landsmänner motivieren, regelmäßig zum Rasiermesser zu greifen, und sich optisch dem glatt rasierten europäischen Look anzupassen.

Aus heutiger Sicht wissen es die meisten Männer durchaus zu schätzen, dass die Frauen nun die Mühsal mit dem Herausputzen haben, während sie selbst sich weitestgehend im Naturzustand präsentieren dürfen. Ein wenig Schmuck, in Form einer schlichten Krawattennadel, stilvoller Manschettenknöpfe oder einem eleganten Siegelring sollten sich die Herren aber gerade zu den Feiertagen nicht versagen!

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