Levi Strauss – Vom Hausiererkind zum Jeans-Mogul

am 5. Januar 2012

Wer Jeans sagt, der denkt automatisch an die Levi’s 501. Dass ein Folgemodell seiner strapazierfähigen Hose für Goldschürfer einmal Modegeschichte schreiben würde, das hätte sich der kleine Levi Strauss (damals noch Löb Strauß) im oberfränkischen Buttenheim vermutlich nicht träumen lassen.

Hirsch Strauß, der Vater des kleinen Löb war ein armer Hausierer, der an Tuberkulose starb, als Löb gerade mal 16 Jahre alt war. Um der wirtschaftlichen Not zu entkommen, wanderte Mutter Strauß mit ihren beiden jüngsten Kindern nach Amerika aus. Dort hatten ihre beiden ältesten Söhne in New York bereits einen kleinen Textilhandel aufgebaut.

Im Zuge des Goldrausches zog es den jungen Mann, der sich in den USA in Levi Strauss umbenannt hatte, nach San Francisco. Er versuchte sich als Tuchhändler und verkaufte Kurzwaren. Mit einer strapazierfähigen Arbeitshose für Goldgräber stieß er in eine echte Marktlücke. Mit ihren starken Nähten und den Nieten, die unter anderem verhinderten, dass die Hosentaschen durch das darin transportierte Werkzeug abrissen, war die Hose (die damals noch aus braunem Hanfstoff mit Hosenträgern bestand) ein echter Renner. In den ersten sechs Monaten verkaufte Strauss im Jahr 1853 unter dem Namen Waist Overalls bereits über 70.000 Stück davon!

Nachdem Levi Strauss 1902 kinderlos verstarb, übernahmen seine vier Neffen das Unternehmen. Diese behielten das Markenzeichen bei: Ein Emblem mit zwei Pferden, die sich vergeblich ins Geschirr legen, um eine echte Levi’s zu zerreißen. Dieser Aufnäher ziert den hinteren Bund der Hose bereits seit 1886. Der Name ‚Jeans’ für die Hose bürgerte sich übrigens erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ein.

Auch noch heute ist Levi’s ein Familienunternehmen – heutzutage unter den großen Firmen der Modebranche eine echte Seltenheit! Der jährliche Umsatz von schätzungsweise 4,4 Milliarden US-Dollars bleibt also immer schön in der Familie.

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