Fashion Weeks – Ein Blick in die Zukunft der Mode

am 20. Januar 2012

Modejournalisten sitzen zurzeit mit gespitzter Feder an den Laufstegen der internationalen Modemetropolen. Nach der Fashion Week in Mailand wird aktuell bei der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin gezeigt, was Damen- und Herrenmode für die Herbst/Winter Saison 2012/13 zu bieten hat.

Die vielleicht spektakulärste Show in Berlin gab es bisher bei der parallel zur Fashion Week laufenden Messe Bread and Butter. G-Star Raw schickte keine Models auf den Laufsteg, sondern brachte ein beeindruckendes Tanztheater auf die Bühne, bei dem die Mode ausnahmsweise nur eine Nebenrolle spielte. Ein Understatement und eine Zusammenführung von kreativen Welten, die Eindruck gemacht haben.

Etwas traditioneller ging es bei den Shows anderer Designer zu. Klassisches kam aus England. Hier bezieht man sich wie immer gerne auf Tradition und zeigte Tweed und Anspielungen auf die Mode des englischen Landadels. Schiebermützen waren ein großes Thema, gerne wurden hierbei auch Akzente in kobaltblau gesetzt. Ein Hauch Sherlock Holmes umwehte die Stadtmode, wobei die Tradition mit überraschenden Akzenten wie bunten Blockstreifen am Saum der Mäntel gebrochen wurde. Samt und Cord spielen auch im kommenden Winter wieder ganz vorne mit.

Calvin Klein gab sich gewohnt zurückhaltend und bedeckt. Farblich bewegte sich hier die Winter-Kollektion im Bereich tiefes marineblau, schwarz und beige. Die Schnitte waren, entgegen dem allgemeinen Trend, weit und leger. Die Jacken bestachen mit dezentem Glanz.

Recht ‚farblos’, ohne einen Hauch von Langeweile, ging es bei Alexander McQueen zu. Hier wurde, bis auf gelegentliche Farbtupfer, in der Kollektion mit den Möglichkeiten von schwarz und weiß gespielt. An junge Aristokraten erinnerten die Entwürfe. Kniebundhosen mit Kniestrümpfen und gehrockartige Mäntel vermittelten den Charme der alten Zeit im neuen Gewand. Schlicht-raffinierte karierte Anzüge und Zweiteiler in Batikoptik vermittelten eine gelungene Symbiose aus schlichter Reduktion und Modemut.

Jil Sander erklärte schwarzes Leder zu ihrem favorisierten Material. Eine insgesamt recht streng, fast düster daherkommende Kollektion lockerte man bei Jil Sander Man mit Pullis auf, in die ein possierlicher Dinosaurier oder Wal eingestrickt war.

Vorheriger ArtikelDas Sweatshirt - schlicht und einfach seit Generationen Nächster ArtikelSchon gewusst, dass Ponchos Geschichten erzählen können?