Warme Fäuste gegen klirrende Kälte

am 9. Februar 2012

Es gibt Momente, da geht die Funktionalität eines Kleidungsstücks über sein ästhetisches Erscheinungsbild. Wir halten Fingerhandschuhe für die elegantere Variante des Kälteschutzes, aber beim Blick auf die aktuellen Temperaturen raten wir zu Fäustlingen und wir verraten Ihnen, warum.

Fäustlinge erinnern an die Kinderzeit, an Schneeballschlachten und das klamme Glücksgefühl nach ausgiebigen Schlittenfahrten auf dem Idiotenhügel. Fäustlinge tragen wir auch oft beim Skifahren und es gibt einen ganz vernünftigen Grund dafür: Der Fäustling hält die Hände bei extremen Tiefwerten wärmer als ein Fingerhandschuh.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zunächst kann man einen Fäustling einfach aus dickerem Material verarbeiten. Idealerweise besteht der Fäustling hierbei aus mehreren Schichten. Nach dem Zwiebelprinzip wärmen mehrere dünne Schichten besser als eine dicke Lage Stoff. Außerdem hat der Fäustling eine kleinere Oberfläche, an die die Kälte angreifen kann. Last, but not least, halten sich beim Fäustling die Finger auch gegenseitig warm.

Sind sie bei tiefsten Temperaturen also länger draußen unterwegs, sind sie mit dem Fäustling besser bedient. Das wussten eventuell auch schon die alten Letten. Dort machte man den ältesten Fäustling-Fund. Die wollenen Handwärmer stammten aus dem Jahr 1000 v.Chr. Fäustlinge gehören in Lettland übrigens noch immer zur Nationaltracht.

Wie bei Handschuhen allgemein ist es auch beim Fäustling wichtig, den Handschuh nicht zu eng zu wählen. Weder der Bund soll einschneiden, und die Durchblutung einschränken, noch die Finger sollten zu eng geschnitten sein. Wem gutes Wärmeverhalten ebenso wichtig ist wie die Bewegungsfreiheit, der ist mit so genannten Jägerhandschuhen gut bedient. Unter einer nur einseitig festgenähten Kappe eines klassischen Fäustlings befindet sich quasi als zweiter Handschuh ein Fingerhandschuh mit freien Fingerspitzen. So kann man kurzfristig zwischen den Modellen wechseln, wenn Feinmotorik gefragt ist. Ein absoultes No-Go sind Fäustlinge beim Fahren! Hier geht das nötige Feingefühl definitiv verloren und auch die nötige Griffigkeit ist nicht gegeben. Wer am Steuer sitzt, der braucht spezielle Autohandschuhe!

Wovon wir bei Handschuhen im Allgemeinen und Fäustlingen im Speziellen abraten, sind Modelle, die mit einer langen Schnur durch die Ärmel der Jacke verbunden sind. Bei Kindern sind diese Handschuhe, die man im englischsprachigen Raum despektierlich als „idiot mittens“ bezeichnet, eine feine Sache, um den Verlust von einzelnen Handschuhen zu vermeiden. Zwar begegnet man aktuell auf den Straßen auch zahlreichen herrenlosen Herrenhandschuhen – wenn Sie aber unbedingt eine feste Bindung mit Ihren Fäustlingen eingehen wollen, raten wir eher zu Modellen, die sich mit Druckknöpfen oder Klettverschluss am Jackenärmel befestigen lassen.

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