Schals und Accessoires aus Seide – Ein Stoff, der Geschichte schrieb

am 15. Februar 2012

Seide gehört zu den edelsten und historisch spannendsten Stoffen. In der kommenden Saison schwelgt die Herrenmode wieder in dem feinen Zwirn. Seidentücher, Einstecktücher oder leichte Schals – Seide erlebt ein echtes Revival!

Im wahrsten Sinne des Wortes hing der Wohlstand vieler Länder und Städte am seidenen Faden. Lange besaß China quasi das Monopol im Seidenhandel. Auf der legendären Seidenstraße wurde der Stoff nach Europa gebracht. In China war man aufs äußerste bestrebt, die Produktion des feinen Stoffes aus dem Kokon der Seidenraupe im Lande zu halten. Über Jahrhunderte hinweg stand auf die Ausfuhr von chinesischen Seidenraupen gar die Todesstrafe!

Erst im Jahre 555 n.Ch. gelang es zwei persischen Mönchen Raupen ins Ausland zu bringen und die chinesische Monopolstellung begann zu bröckeln. Bereits seit ca. 2000 v.Ch. hatte man bis dahin in China Seide hergestellt. Das Ausgangsmaterial der Seide liefert die Seidenraupe, die sich bevorzugt von den Blättern des Maulbeerbaumes ernährt. Um den feinstgesponnen Faden möglichst unbeschädigt gewinnen zu können, werden die verpuppten Raupen vor dem Schlüpfen aus dem Kokon mit Wasserdampf oder heißem Wasser abgetötet. Etwa 3000 Kokons werden benötigt, um 250 Gramm Seidenfaden zu erhalten.

Nicht nur die Herstellung, auch die Weiterverarbeitung des Rohstoffes versprach Wohlstand. Die italienische Stadt Lucca war bekannt dafür, besonders intensiv farbige und hochwertige Seide zu produzieren. Auch Krefeld war vom 17. bis 19. Jahrhundert eine Hochburg der Seidenverarbeitung und erlebte seine wirtschaftliche Hochzeit.

Seide war lange ein prestigeträchtiger Stoff, der den Herrschenden vorbehalten war. Heute ist es ein Luxus, den sich jeder erlauben kann. Einziger Nachteil des prächtigen Stoffes ist weiterhin seine Empfindlichkeit in der Pflege. Handwäsche mit Spezialwaschmitteln und höchste Vorsicht beim Bügeln ist unumgänglich.
In den letzten Jahrzehnten war die Seide vor allem den Frauen vorbehalten. Aber die aktuellen Trends mit ihren kräftigen Farben und ornamentalen Drucken bringen die Seide wieder zurück in die Herrenmode. Und zwar nicht nur in Form des Einstecktuches, das schon länger wieder zu den beliebten Accessoires gehört. Wer im Frühjahr modisch auf sich hält, der trägt einen Foulard oder Schal aus Seide, bevorzugt mit Paisleymuster oder großzügigen Ornamenten. Gerade bei einem schlichten Outfit in gedeckten Farben wird dieses Detail zum Hingucker, der das gesamte Outfit aufwertet.

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