Schon gewusst, wie Blaumachen richtig funktioniert?

am 22. Februar 2012

Wie schon im letzten Jahr, ist blau wieder eine der beliebtesten Trendfarbe in der Herrenmode. Wir erklären heute, was der maritime Farbtrend des Jahres 2012 mit dem Schwänzen von Schule und Arbeit zu tun hat, und was das Ganze mit betrunkenen Handwerkern im Mittelalter zu tun hat.

Wer heute vorsätzlich blau macht, der kann sich gewaltigen Ärger mit seinem Arbeitgeber einhandeln, und wir würden so ein Verhalten selbstverständlich nicht gutheißen oder dazu ermuntern. Früher war ‚Blaumachen’ jedoch eine seriöse und gleichzeitig vergnügliche Angelegenheit, die am ‚blauen Montag’ in und um Färbereien stattfand.

Wollte man früher Stoffe in indigoblau färben, so war das eine langwierige Sache. Während andere Farbtöne recht schnell in Farbbädern herzustellen waren und direkt auf der Leine zum trocknen landeten, erforderten Blautöne eine aufwändigere Prozedur. Der blaue Farbstoff aus dem indischen Indigo oder dem heimischen Färberwaid braucht nämlich viel Zeit und intensives Sonnenlicht, um sich voll zu entfalten und lichtecht eine Verbindung mit dem Gewebe einzugehen.

Vorrausetzung für das Herstellen von blauen Stoffen war also zunächst einmal strahlender Sonnenschein. Schon einmal nicht die schlechteste Arbeitsatmosphäre! Wichtig dafür, dass der Stoff die Farbe besonders gut annimmt, sind zusätzlich der pH-Wert und Gärungsgrad des Farbbades. Die pfiffigen Handwerker des Mittelalters hatten festgestellt, dass Urin hier eine positive Wirkung auf die Qualität des Farbergebnisses hat.
Im Speziellen Urin nach ordentlichem Alkoholkonsum. Die Färber versammelten sich also, sprachen schon am Wochenende in bestem Berufsethos dem Alkohol eifrig zu und ‚veredelten’ am Montag das Färbebad mit ihrem ‚alkoholisierten’ Urin. Während auch am ersten Arbeitstag der Woche weiter getrunken wurde, um den verdunsteten Sud aufzufrischen, blieb den fleißigen Handwerkern ansonsten nicht viel übrig, als auf der Wiese zu liegen und den Stoffen beim Trocknen zuzusehen. Ein beneidenswerter Job!

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