Mode aus Leinen: Back to the Roots

am 9. März 2012

Leinen gehört in Europa zu den traditionsreichsten Geweben. Schade eigentlich, dass es weitestgehend von der preisgünstigeren Baumwolle verdrängt wurde. Aber wenn die Temperaturen steigen, kehrt Leinen wegen seiner angenehmen Trageeigenschaften auch in diesem Sommer in Form von Hosen und Hemden wieder zurück.

Leinen war lange ein echter Tausendsassa. Hergestellt wird er aus der Pflanze namens Lein, auch Flachs genannt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Öllein und Faserlein. Ersterer dient zur Herstellung von Leinöl, einem hochwertigen Öl, das wegen seiner Lichtempfindlichkeit weitestgehend vom Olivenöl verdrängt wurde, das aber mindestens genau so gesundheitsfördernd ist.

Um die Flachsfaser des Faserleins in feine Leinenstoffe zu verwandeln, braucht es zahlreiche Arbeitsschritte. Da wird gerottet, gerauft, geschäbt und gehechelt. Leinen wurde früher in großem Umfang als Nachtwäsche, bei Schuhen, zum Buchbinden, für Taschen und bei Arbeitsbekleidung genutzt. Schade eigentlich, dass es so sehr in Vergessenheit geraten ist!

Der Anbau von Leinen gilt übrigens als weniger umweltbelastend als der von Baumwolle. Allein das ist schon ein Grund, diesen Sommer wieder einmal zu Leinen Hemden zu greifen. Abgesehen davon, dass Leinen diese lässige Eleganz verströmt, die viele an Südeuropäern so bewundern.

Bei der Pflege darf man Leinen durchaus höhere Temperaturen zumuten. Auch wenn der Stoff hervorragend Feuchtigkeit aufnimmt, trocknet er auch wieder schnell. Einen Haken hat Leinen bekanntermaßen: Es neigt zum starken Knittern. Das kann man als Eigenschaft eines reinen Naturproduktes einfach hinnehmen. Oder man entscheidet sich statt für ein reines Leinenhemd für ein Mischgewebe mit weniger Knitteranfälligkeit.

Mit dem Bügeleisen kommt man den Falten des Materials am besten bei, wenn man es noch leicht feucht plättet. In diesem Jahr bietet die Mode übrigens besonders schöne verwaschene Blau- und Rottöne. Lassen Sie gerne einmal das klassische grau und beige, das man mit Leinen oft in Verbindung bringt, links liegen.

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