Taucheruhren – Hightech bei Unterdruck

am 2. Mai 2012

Wir geben zu, die wenigsten Männer tragen im Alltag Taucheruhren, weil sie gerade auf dem Weg zum nächsten Gewässer wären. Man muss mit diesen kleinen technischen Wunderwerken nicht unbedingt untertauchen, um sich für die anspruchsvolle Technologie der Armbanduhren begeistern zu können. Und auch modisch machen viele Taucheruhren wie die von Citizen mit ihrem modernen Design einiges her.

Die Ansprüche an Taucheruhren sind hoch und werden strengen Prüfungen unterzogen. Schon im 17. Jahrhundert machte man erste Versuche, Uhren herzustellen, die sich auch unter Wasser zuverlässig bewährten. Es dauerte zwei Jahrhunderte, bis die Technik so weit ausgereift war, dass auch Tauchuhren industriell hergestellt werden konnten.

Taucheruhren müssen natürlich in erster Linie wasserdicht sein und eine klar lesbare Minutenanzeige haben. Aber auch gegen extreme Druckverhältnisse müssen sie gewappnet sein. Tauchtiefen von 200 bis 300 Meter müssen sie unbeschadet überstehen (das entspricht 20-30 atm). Auch die Lesbarkeit ist ein Faktor, der in den teilweise brenzligen Situationen unter Wasser ständig gewährleistet sein muss. Bis zu einer Entfernung von 25 Zentimetern müssen die verschiedenen Anzeigen selbst in absoluter Dunkelheit lesbar sein. Außerdem dürfen Magnetfelder und Salzwasser die Funktionstüchtigkeit der Uhr nicht beeinträchtigen.

Robustheit ist ein weiteres Kriterium, das in Belastungstests geprüft wird, bevor ein Zeitmesser sich mit dem Prädikat „Taucheruhr“ schmücken darf. Die Stoßfestigkeit des Uhrenglases wird hier ebenso geprüft wie die Beschaffenheit des Armbands. Rostfrei und wasserresistent muss es selbstverständlich sein. Aber auch in Sachen Reißfestigkeit muss das Armband einer Taucheruhr belastbarer sein als das normale Armbanduhren.

In ihren Funktionen unterscheidet sich die Taucheruhr ebenfalls von gewöhnlichen Uhren. Wichtig für den Sportler ist das Messen der Tauchzeit. Diese kann über eine drehbare Lünette eingestellt und überprüft werden. Die Lünette kann aus Sicherheitsgründen nur gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Sollte sich die Lünette ungewollt verstellen, so verkürzt sich die Tauchzeit schlimmstenfalls und es kann nicht zu einem Druckluftmangel aufgrund einer ungeplant verlängerten Tauchzeit kommen. Eine Vorwahl der Tauchzeit erleichtert es desweiteren die wichtigen Phasen der Dekompression einzuhalten.

Wie gesagt, Sie müssen nicht unbedingt Tauchen, um sich an den technischen Finessen einer Taucheruhr zu erfreuen. Manchmal ist es einfach nur schön zu wissen, was man alles könnte, wenn man wollte…

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