Ich packe meinen Koffer…

am 28. Juni 2012

Wenn manche Dinge aussterben, weint ihnen im Grunde keiner eine Träne nach. Der klassische Koffer gehört zu diesen Dingen. Kaum einer schleppt sich heutzutage noch mit einem Gepäckstück ohne Rollen ab. Dabei war der Koffer vor gar nicht all zu langer Zeit noch die hippste Alternative zur Holzkiste!

Es war das Markenunternehmen Samsonite, das mal gerade vor knapp vier Jahrzehnten, im Jahr 1974, auf die schlichte und geniale Idee kam, den klassischen Koffer mit Tragegriff auf Rollen zu stellen. Der Trolley war geboren! Die Bandscheiben von Millionen viel reisenden wissen diesen ‚Tragekomfort’ seither zu schätzen.

Selbstverständlich gab es seit Menschengedenken den Bedarf, sein Hab und Gut auf Reisen sicher zu verstauen und zu transportieren. Dies geschah in Frühzeiten in Tragesäcken aus Wolle und Leinen, später auch aus Leder. Als dann Pferdekutschen aufkamen, brauchte man vor allem robuste Gepäckstücke, die strapazierfähig den Unbilden der Natur und von Schlaglöchern standhielten. Über Jahrhunderte hinweg war die Holzkiste mit schweren Beschlägen en vogue. Mit Zügen und steigendem Personennahverkehr mussten die schweren Transportkisten handlicherem Gepäck weichen, um den veränderten Ansprüchen gerecht zu werden. Auf dem Umweg über den Schrankkoffer entwickelte sich der Koffer, wie wir ihn heute kennen.

Leder wurde zum Hauptmaterial für Koffer. In Phasen wirtschaftlicher Not musste es auch verstärkte Pappe in Lederoptik tun. Aluminium und verschiedene Kunststoffe kamen im Laufe des 20. Jahrhunderts hinzu, zunächst um technisches Gerät sicher und stoßfest zu transportieren. Wieder war es Samsonite, die mit dem ersten Koffer aus Polypropylen eine echte Innovation auf den Markt brachten. Das Material ist belastbar und dennoch leicht. Ausgesprochen leicht und belastbar ist auch das sich wachsender Beliebtheit erfreuende Polycarburat.

Ob Sie sich für einen Trolley mit vier oder mit zwei Rollen entscheiden, hängt von Ihrer Art des Reisens ab. Vier Rollen sind vor allem am Flughafen komfortabler. So müssen Sie den Koffer beispielsweise in der Warteschlange nicht ständig absetzen und wieder anheben. Auch in Zügen ist der Koffer auf vier Rollen praktisch, weil schmal beim Manövrieren in engen Gängen. Müssen Sie jedoch mit Ihrem Gepäckstück längere Strecken zurücklegen, vor allem auf unebenen Strecken, fällt die Handhabung mit zwei Rollen leichter.

Wie Sie Ihren Koffer am besten so Packen, dass selbst Ihre Boxershorts möglichst knitterfrei am Zielort ankommen, verraten wir Ihnen in unserem Handbuch.

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