Schon gewusst – in welchem Mode-Mekka Anzüge „besprochen“ werden?

am 11. Juli 2012

Ein Luxus, den sich jeder Mann wenigstens einmal im Leben gönnen sollte, ist ein maßgeschneiderter Anzug. Allerdings ist es gar nicht so einfach, heutzutage noch einen Schneider zu finden, der sein Handwerk wirklich versteht. Einen heiligen Ort, an dem Nadel und Faden mit unvergleichbarem Sachverstand geschwungen werden, gibt es noch: Die Savile Row, mitten in London, in Mayfair. Bis auf die Unterwäsche kann man hier fast alles maßschneidern lassen.

Selbst Prince Charles lässt sich in der Savile Row kostbare Stoffe auf den Leib schneidern. Die Schneider dort blicken auf eine Tradition von über zweihundert Jahren feinster Handwerkskunst zurück. (Geld)-Adel und Prominenz lassen hier nähen. Die Stoffe sind natürlich vom Feinsten, und bis zum Knopfloch der Anzugsjacke ist alles Handarbeit. Das Können der Cutter (zuständig fürs Maßnehmen, Zuschneiden und Anpassen) und Schneider (die die Einzelteile zusammensetzt) in diesem Mini-Imperium wird von Designern und Fachleuten weltweit fast schon kultisch verehrt. Unter den Schneidern gibt es übrigens Spezialisten für Hosen, Westen und Jacken. Hier hat jeder sein Spezialgebiet bis zur Perfektion verfeinert.

Allerdings gibt es immer weniger Abnehmer für den unumstrittenen Klassiker aus der Savile Row: Das „bespoke tailoring“. Die echte Maßanfertigung, bei der ein Anzug bis ins kleinste Detail für den jeweiligen Kunden von Grund auf mit einem neuen Schnitt hergestellt wird. Hierbei werden individuelle Details wie verschieden hohe Schultern oder unterschiedliche Beinlängen perfekt ausgeglichen. Im Unterschied hierzu werden bei der „Maßkonfektion“, dem „custom tailoring“ Standardschnitte so weit wie möglich an die individuellen Maße des Kunden angepasst.

Die Zahl der Schneider in der Savile Row ist zu Beginn des Jahrtausends auf 19 gesunken. Um die Tradition aufrecht zu erhalten, grundeten diese im Jahr 2004 die Salive Row Bespoke Assocciation.

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