Crocs – Zehn Jahre Achterbahn in Gummischuhen

am 9. August 2012

Die Unternehmensgeschichte von Crocs ist geprägt von einem steilen Aufstieg und Abstürzen. Momentan befindet sich das Unternehmen wieder im Aufwind. Die bunten Schuhe finden vor allem in Asien wieder reißenden Absatz.

Zwar war es keine Schnapsidee, als die drei Freunde Lyndon Hanson, Scott Seamans und George Boedecker beschlossen, mit bunten Plastikschuhen Geschäfte zu machen. Aber mehr als ein Nischenprodukt glaubten sie nicht entwickelt zu haben. Ihre Schuhe aus dem neuen Kunststoff PCCR vertrieben sie auf Bootsmessen. Die wasserfesten Treter sollten zu Land als auch auf dem Wasser Seglern und Fischern zuverlässige Dienste leisten.

Die Macher hinter den Crocs wurde vom Erfolg ihrer Schuhe geradezu überrollt. Bei der ersten Messe riss man ihnen die etwas schwerfällig daher kommenden bunten Treter geradezu aus den Händen. Die 1000 mitgebrachten Paare waren im Handumdrehen verkauft.

Die Pantoffeln hatten einiges, was für sie sprach: Fröhliche Farben, ein angenehmes Material, Tragekomfort durch ein Fußbett und orthopädische Fersenkappe. Gerade einmal leichte 170 Gramm bringt das geschäumte Material auf die Waage. Noppen regen die Blutzirkulation an und in dem hygienischen Material können sich keine Bakterien und Pilze festsetzen. Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern gehörten bald zu den Großabnehmern für die Treter, was als sicherer Beleg für höchsten Tragekomfort deuten ließ. Trotzdem, so ganz erklären lässt sich der Boom auch mit den vernünftigsten Argumenten nicht. Die Welt schien einfach nur auf die Crocs gewartet zu haben.

Ein stabiles Nervenkostüm brauchten die Entscheider im Hause Crocs. Der kometenhafte Aufstieg suchte seinesgleichen und es verlangte dem Unternehmen alles ab, mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten. Innerhalb von zwei Jahren hatte sich der Umsatz 2004 verzehnfacht. Crocs wurden globaler Kult. Promis wie Jack Nicholsen wurden damit gesichtet, weltweit waren die Verkaufszahlen phänomenal. In 90 Ländern verkauften sich die bunten Treter wie warme Semmeln.

Doch Trends und die Launen der Verbraucher ändern sich. Das Unternehmen expandierte weiter und weiter, während die Nachfrage ab dem Jahr 2007 dramatisch nachließ. Umfangreiche Entlassungen waren die Folge, die Aktie des Unternehmens ging im Steilflug nach unten.

Vielleicht brauchte es dieses Gesundschrumpfen, damit das Unternehmen sich am Markt stabilisieren konnte. Momentan steht das Barometer wieder auf Schönwetter. Vor allem in Asien darf Crocs steigende Gewinne vermelden. Alles sieht nach einem Happy End für dieses Schuhwerk der speziellen Art aus.

Modisch kann man sicher über die Ästhetik des Schuhes streiten. Man(n) liebt ihn oder hasst ihn. Wir finden, gerade im Zuge des Trends zu bunten Schuhen, sind Crocs im Sommer durchaus modetauglich. Warum nicht zu hochgekrempelten Jeans oder einer lässigen Chino beim Picknick am See tragen?

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